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Museum für Angewandte Kunst : Frankfurter Zimmer, koreanisches Design, das pralle Leben

Führt das Museum für Angewandte Kunst: Matthias Wagner K Bild: Cunitz, Sebastian

Fünf Monate lang wurde das Museum für Angewandte Kunst im Inneren umgestaltet. Die Innensanierung des Richard-Meier-Baus ist abgeschlossen - am Freitagabend wird das Haus wiedereröffnet.

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          Fünf Monate lang wurde das Museum für Angewandte Kunst im Inneren umgestaltet, am Freitagabend wird das Haus wiedereröffnet. Dies sei „nahezu rekordverdächtig“, sagte der Frankfurter Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) gestern. Vor allem, wenn man die Zeit, die für die Umgestaltung innen gebraucht wurde, mit den sechs Jahren vergleiche, die für die Außensanierung nötig waren. Aber wie auch der Sieg von Bayern München gegen Barcelona gezeigt habe, sei alles möglich.

          Michael Hierholzer

          Kulturredakteur der Rhein-Main-Zeitung.

          “Verbauungen sind entfernt worden, Sichtachsen sind wieder sichtbar, Transparenz und Offenheit wurden wiederhergestellt“, führte der Stadtrat aus. Statt einer Dauerausstellung werde es in dem vom amerikanischen Architekten Richard Meier entworfenen Gebäude am Museumsufer von nun an wechselnde temporäre Präsentationen geben. Semmelroth hob die Ausrichtung des Museums auf das zeitgenössische Design hervor. Sich damit zu befassen sei heute nötiger denn je.

          Von einem „Paradigmenwechsel“ sprach Matthias Wagner K, seit einem knappen Jahr Direktor des Museums für Angewandte Kunst, das mit seiner Wiedereröffnung offiziell nur noch Museum Angewandte Kunst heißt. „Wir haben es jetzt mit thematischen Ausstellungen von unterschiedlicher Dauer zu tun“, erläuterte der Leiter des Hauses. Derzeit werde noch am neuen Foyer, am Museumsshop und am Bistro gearbeitet, zur Eröffnung sei jedoch alles fertig. „Dann sind alle Umbaumaßnahmen abgeschlossen, und die inhaltliche Arbeit beginnt so richtig.“

          Er erinnerte an den straffen Zeitplan, der eingehalten worden sei: Am 2. Dezember 2012 habe man begonnen, das Haus auszuräumen, am 7. März sei das Gebäude für die Veranstaltungsreihe „Empty House“ geöffnet worden, zwei Monate lang habe man das Haus wieder gefüllt.

          Morgen werden vier Ausstellungen eröffnet, die einen Ausblick auf die künftige Konzeption des Museums ermöglichen. Zwei davon widmen sich dem zeitgenössischen Design. „Das Frankfurter Zimmer“ versammelt Objekte aus den Jahren 1925 bis 1985, die von im Rhein-Main-Gebiet tätigen Gestaltern stammen. Klaus Klemp, Kurator dieser Schau, sagte, es gehe unter anderem um die Frage, ob sich in Frankfurt eine spezielle Design-Haltung entwickelt habe. Zwar sei Frankfurt auch ein wichtiger Ort der Theorie gewesen, im Unterschied zum Bauhaus seien hier jedoch Autos oder Radios entworfen worden. Die Schau „Korea Power. Design und Identität“ bietet Einblicke in die Gebrauchskunst Südkoreas, in der sich Tradition und Moderne mischen. Teil der Präsentation ist Dieter Leistners Fotoprojekt, das Aufnahmen ähnlicher Motive aus Nord- und Südkorea nebeneinanderstellt. Gemeinsamkeiten und Unterschiede fallen sofort ins Auge.

          In einer Ausstellungsarchitektur, die wegen der Lichtempfindlichkeit der Werke diese schützt, ohne hermetisch abgeschlossen zu sein, wird unter dem Titel „Das pralle Leben“ japanische Grafik aus den Sammlungen Johann Georg Geiger und Otto Riese gezeigt. Die sogenannten Ukiyoe wurden zum Teil in hoher Auflage hergestellt und bedienten im Japan der Edo-Epoche (1603 bis 1868) ein gehobenes Unterhaltungsbedürfnis. Frankfurt besitzt dank des Erwerbs der beiden Sammlungen eine einzigartige Kollektion von Arbeiten dieser Kunstgattung. In der vierten Ausstellung schließlich sind unter der Jahreszahl „1607“ Objekte aus allen Teilen der im Museum für Angewandte Kunst beheimateten Sammlung zu sehen. Thema ist das Entdeckungszeitalter und damit die erste Globalisierung.

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