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Mund-Nasen-Schutz : Visiere nun doch in Hessen erlaubt

Doch erlaubt: die durchsichtigen Visiere aus Plastik Bild: Diana Cabrera Rojas

Als Mund-Nasen-Bedeckungen zum Schutz vor Corona sind in Hessen jetzt auch Visiere aus gebogenen Plastikscheiben erlaubt. Die Landesregierung hat ihre Meinung geändert.

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          Verkäufer und Servicekräfte in der Gastronomie dürfen nach einer am Freitag aktualisierten Verordnung zur Maskenpflicht in Hessen ihre Arbeit nun doch unter einem durchsichtigen Plastikschirm verrichten, ohne dass sie zusätzlich einen Mundschutz tragen müssen. Ebenso sind solche Visiere für Verbraucher beim Einkaufen im Supermarkt und U-Bahn-Fahren erlaubt.

          Petra Kirchhoff
          (hoff.), Rhein-Main-Zeitung

          Bisher hatte die hessische Landesregierung als Alternative zu professionellen Mundschutzmasken lediglich selbstgeschneiderte Masken aus Baumwolle, sogenannte Community-Masken erlaubt, ebenso Schals und Tücher vor dem Gesicht. Nun ist in den Anlagen zur Verordnung zu lesen: „Im Übrigen können auch Gesichtsvisiere verwendet werden.“

          Bessere Sicht mit Visier statt mit einer Maske

          Diese Entscheidung dürfte bei den Parteien für Zufriedenheit sorgen, die gegen das Veto der Landesregierung Sturm gelaufen sind. Dazu gehört etwa der Handelsverband Hessen, der sich von den Visieren für das Verkaufspersonal Erleichterung verspricht. Dazu gehören aber die Unternehmen aus der Sicherheits- und Verpackungsbranche in Hessen, die ihre Produktion auf Plastikmasken umgestellt haben, wie etwa die Unternehmen Seufert, Arno Arnold, Kegelmann Technik und Norma. Die Unternehmer hatten unter anderem angeführt, „anerkannte Virologen“ hielten die Visiere für schützend. Zudem seien sie in einigen anderen Bundesländern akzeptiert.

          Bei einem Visier schwebt eine transparente Scheibe, die an einem Band um den Kopf fixiert ist, vor Augen, Nase und Mund. Das hat den Vorteil: Der Träger wird komplett gesehen und kann besser atmen. Außerdem fasst er sich weniger ins Gesicht als bei einer Stoffmaske.

          Das Land Hessen hatte die Ablehnung damit begründet, die Visiere seien unten und seitlich so weit geöffnet, dass Tröpfchen und Aerosole, also die ganz feinen Tröpfchen, die beim Husten oder Sprechen entstehen, nur abgelenkt, aber nicht zurückgehalten würden.

          Das Robert-Koch-Institut hält die Visiere nach wie vor nicht für eine „gleichwertige Alternative“ zur herkömmlichen Mund-Nasen-Abdeckung, da die Plastikscheiben in der Regel maximal nur die direkt auf die Scheibe auftretenden Tröpfchen auffangen könnten, wie es auf der Internetseite heißt. Allerdings verweist das Institut inzwischen auf die „geringe Datenlage“ zu den Empfehlungen. Zuständig für die konkrete Ausgestaltung der Infektionsprävention seien die Länder.

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