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Offenbach-Kaiserlei : Neue Kreuzungen müssen 2019 fertig sein

Hier soll die Multifunktionsarena hin: Kaiserlei-Gebiet zwischen Frankfurt und Offenbach mit dem weithin bekannten Kreisel Bild: dpa

Der geplante Umbau des Kaiserlei-Kreisels soll die vielen Staus verhindern. Doch eine Multifunktionshalle könnte das Vorhaben konterkarieren.

          Noch in diesem Jahr will die Stadt Offenbach mit dem Umbau des Kaiserleikreisels beginnen. Wurde dafür ursprünglich Mitte 2016 als Termin genannt, wird sich der Start um einige Monate verzögern. Noch läuft das Ausschreibungsverfahren für das nach den Worten von Oberbürgermeister Horst Schneider (SPD) derzeit größte Straßenbauprojekt in Hessen.

          Eberhard Schwarz

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung für den Kreis Offenbach.

          Bis Ende August müssen die Angebote vorliegen. Im September will die Stadt die Aufträge vergeben. Land und Bund müssten die Vergabeentscheidung aber bestätigen, sagte Markus Eichberger, der Leiter des städtischen Amts für Stadtplanung, Verkehrs- und Baumanagement. Sobald dies geschehen ist, können Bagger und Bulldozer anrücken. Die Bauzeit wird auf drei Jahre geschätzt. Ende 2019 muss der Umbau fertig sein; dann läuft die Förderung nach dem Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz aus.

          37,3 Millionen Euro für den Umbau

          An Werktagen nutzen rund 65.000 Autos den Kaiserleikreisel innerhalb von 24 Stunden. Zu den Hauptverkehrszeiten stauen sich an den Zufahrten die Autos. Anstelle des Kreisels sollen zwei Kreuzungen entstehen, welche die Fahrzeuge in Richtung Frankfurt und Offenbach, aber auch auf die Autobahn 661 (Egelsbach-Oberursel) leiten. Die Autobahn überquert das Areal.

          Im Kaiserleigebiet an der Stadtgrenze zu Frankfurt soll vor allem Gewerbe angesiedelt werden. Beide Städte sind sich einig, dass dort die Verkehrsinfrastruktur modernisiert werden muss. Der Rückbau des Kreisels gehöre dazu, heißt es in einem 2012 von Vertretern beider Städte unterzeichneten „Letter of Intent“. Durch den Kreiselumbau gewinnt Offenbach zusätzlich 18.100 Quadratmeter Gewerbefläche.

          Knapp 37,3 Millionen Euro wird der Kreiselumbau kosten. Weil auch die Europäische Zentralbank in Frankfurt über den Kaiserleikreisel angefahren wird, bekommt das Vorhaben eine überregionale Bedeutung. Mit 8,5 Millionen Euro ist der Bund dabei. 15,5 Millionen gibt das Land dazu; den Zuwendungsbescheid wird Wirtschafts- und Verkehrsminister Tarek Al-Wazir (Die Grünen) morgen an Schneider überreichen. Den Offenbacher Anteil von knapp 8,8 Millionen Euro übernimmt die Stadt Frankfurt. Straßenbeiträge sollen fast 2,9 Millionen erbringen. Offenbach muss letztlich nur 1,6 Millionen Euro aufbringen.

          Wie im „Letter of Intent“ vereinbart, erwarb die Stadt Frankfurt für insgesamt fünf Millionen Euro zwei Grundstücke in der Gemarkung Oberrad und eine 5.200 Quadratmeter große Fläche auf Offenbacher Gebiet, die für die geplante Multifunktionshalle in Frage käme. Frankfurt habe dafür Höchstpreise gezahlt, sagte Schneider, dies sei ein Entgegenkommen gewesen. Knapp 3,8 Millionen Euro steuerte Frankfurt außerdem als verlorenen Baukostenzuschuss bei. Die Gesamtsumme von knapp 8,8 Millionen ist für den Kreiselumbau zu verwenden. Offenbach erklärte sich seinerseits bereit, Frankfurt weitere 20 000 Quadratmeter im Kaiserleigebiet ohne zusätzlichen Kaufpreis zu überlassen, falls sie für den Bau der Multifunktionshalle benötigt werden. Die Offenbacher Stadtverordneten stimmten 2012 zu. Frankfurt machte von der Option auf die zusätzliche Fläche inzwischen Gebrauch.

          „Ich gebe doch keine Gewerbeflächen für ein Parkhaus preis.“

          In der Mainmetropole bewarben sich zwei Investoren, welche die bis zu 13.000 Besucher fassende Multifunktionsarena bauen wollen. Aus Offenbach kommen derweil gegensätzliche Signale. Schneider gehört zu den Befürwortern der geplanten Halle: Er sei „überzeugt, dass viele Offenbacher Bürger dort zu Konzerten, Basketball- und Eishockeyspielen oder zu Konferenzen gehen“, sagte er. Für ihn stellt die Halle eine „Infrastruktureinrichtung für eine Metropolregion“ dar, von der auch Offenbach etwas hätte. Viele Arbeitsplätze entstünden, dazu werde Gewerbesteuer gezahlt.

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