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Gutenberg-Marathon in Mainz : Müllfahrzeuge sichern Marathonstrecke

Marathon-Stadt: Am Sonntag wird es voll auf den Straßen in und um Mainz. Bild: Michael Kretzer

Die Stadt Mainz erwartet am Sonntag rund 7500 Läufer am Start – von denen allerdings nur wenige über die volle Distanz gehen. Autofahrer müssen sich auf Verkehrsbehinderungen einstellen.

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          Sechs Läufer aus Helsinki haben sich angekündigt sowie je einer aus New York und der Mongolei; außerdem vier Sportler aus Verona, drei aus Zürich sowie Vertreter aus Kolumbien und Peru, Spanien, Frankreich und Singapur. Ob sie an diesem Sonntag allerdings tatsächlich alle dabei sein werden, wenn um 9.30 Uhr vor dem Mainzer Rathaus der Startschuss für den 18. Gutenberg-Marathon fällt, muss man abwarten.

          Markus Schug
          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Denn erfahrungsgemäß treten 15 bis 20 Prozent der Gemeldeten letztlich doch nicht an, so dass sich nach Schätzungen der Organisatoren am 7. Mai in Mainz wohl „nur“ rund 7500 Läufer auf den Weg zu ihrem ganz persönlichen Ziel machen werden: Der ist für die vermutlich weniger als 1000 „Finisher“ unverändert exakt 42,195Kilometer lang.

          Keine Rekordhalter

          Derweil sich die meisten Mitläufer schon mit der halben Distanz begnügen; oder als Teilnehmer eines der 270 offiziell zugelassenen Vierer-Teams sogar schon nach etwa einem Viertel der Marathonstrecke wieder aussteigen, die wie gehabt zweimal durch die Stadt Mainz sowie in einer Extra-Schleife auf gut sechs Kilometern zudem ein Stück weit durch die rechtsrheinischen Wiesbadener Vororte Kostheim und Kastel führt.

          Wobei die über den Rhein führende Theodor-Heuss-Brücke mit einer Höhe von in der Mitte exakt 102 Meter über Normalnull sozusagen den „Gipfel“ eines laut Veranstalter ansonsten „flachen, schnellen, aber keineswegs einfachen Laufterrains“ darstellt. In vertrauter Umgebung wollen sich laut Meldeliste etwa 2000 Mainzer, aber auch jeweils mehr als 500 Sportler aus Frankfurt und Wiesbaden sowie je gut 100 Darmstädter und Rüsselsheimer dem Wettbewerb stellen, der für die meisten Aktiven einen Kampf mit dem inneren Schweinehund und gegen die Uhr bedeutet.

          Spitzenzeiten sind in der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt allerdings kaum zu erwarten, weil sich die Stadt seit dem vergangenen Jahr ausdrücklich nicht mehr um die international bekannten und deshalb bei allen großen Marathonveranstaltungen mit Prämien gelockten Rekordhalter bemüht, die fast ausnahmslos aus afrikanischen Ländern wie Kenia, Tansania und Äthiopien stammen.

          Mainzer Marathon-Meisterschaft

          So dürfte auch diesmal der schnellste Marathoni erst nach zirka zwei Stunden und 20 Minuten das Ziel erreichen; und die Siegerin unter den Frauen voraussichtlich etwa nach zwei Stunden und 45 Minuten. Was im internationalen Vergleich eher gemächlich wäre.

          Bild: F.A.Z.

          Andererseits dürfte der freiwillige Verzicht auf Topathleten und die damit verbundene „Hatz auf den Streckenrekord“ nach Ansicht des Rennleiters, Dieter Ebert, für ein insgesamt ausgeglicheneres Feld mit überwiegend deutschen und osteuropäischen Startern sowie einen womöglich spannenderen Verlauf sorgen. Weil auch die Deutsche Marathon-Meisterschaft nicht mehr Teil der Großveranstaltung ist, haben die Planer mit der im Jahr 2011 ins Programm aufgenommenen Mainzer Marathon-Meisterschaft einen neuen und eigenen Wettbewerb geschaffen, an dem automatisch jeder teilnimmt, der aus Mainz oder einer der drei Nachbargemeinden Amöneburg, Kostheim und Kastel stammt, so er oder sie am Sonntag über die volle Distanz geht.

          „Mobile Zufahrtsperren“

          Ergänzt wird das Ganze durch den Schüler-Ekiden-Lauf, der mit bald 3000 Staffelläufern um 10 Uhr auf der Quintinsstraße gestartet werden soll. Für 13.30 Uhr ist dort außerdem noch ein erstmals angebotener Kinder-Spaß-Lauf angekündigt, bei dem ganz im Sinn der Nachwuchsförderung rund 200 Grundschüler auf einen 2,1 Kilometer langen Extra-Parcours geschickt werden.

          Alles in allem dürfte es am Sonntag bis gegen 15 Uhr dauern, ehe die von 8 Uhr an gesperrte Mainzer Innenstadt wieder komplett für den Kraftfahrzeugverkehr freigegeben werden könne, teilte die Stadt vorab mit.

          An den Hauptstraßen werden, wie an Fastnacht schon erprobt, zum Schutz vor möglichen Terrorangriffen – je nach Wetter werden bis zu 100.000 Zuschauer an der Strecke erwartet – abermals schwere Müllfahrzeuge als „mobile Zufahrtsperren“ Position beziehen. Für die Bürger, vor allem aus der Mainzer Alt- und Neustadt, wird laut Stadt am Sonntag zudem eine Verkehrs-Hotline mit der Mainzer Telefonnummer 06131/122851 eingerichtet.

          Nähere Informationen zum Ablauf der Großveranstaltung „18. Gutenberg-Marathon“ finden sich im Internet unter der Adresse www.marathon.mainz.de.

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