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05-Verteidiger Moussa Niakhaté : „Das sportliche Projekt überzeugt“

Fühlt sich als Franzose und Senegalese: Mainz-Zugang Moussa Niakhaté Bild: Imago

05-Verteidiger Moussa Niakhaté spricht im F.A.Z.-Interview über seine Rolle im Profiteam, Frankreich und die Stadt Mainz.

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          Sind Sie nach Mainz gekommen, weil schon Franzosen vor Ihnen dort waren, Spieler wie Abdou Diallo interessant wurden für Topklubs und der Verein dadurch eine gewisse Reputation bei jungen französischen Profis besitzt?

          Es hat meine Entscheidung nicht beeinflusst, dass schon einige Franzosen hier waren. Ich habe allein meine Entscheidung getroffen, und das ist allerdings eine sportliche Entscheidung, weil die Identität und die Stimmung des Vereins mir gefallen, deshalb bin ich nach Mainz gekommen. Ich kannte Mainz vorher nicht, war nie zuvor in der Stadt, um ein Spiel zu sehen. Es ist allein das sportliche Projekt, das mich überzeugt. Es ist mir wichtig, dass der Verein seit ein paar Jahren schon in der Bundesliga spielt, eine Geschichte hat. Alle diese Elemente haben mich überzeugt, und deshalb bin ich heute hier.

          Warum ist die Bundesliga für Spieler aus dem Land des Weltmeisters überhaupt interessanter als die heimische Ligue 1?

          Die Bundesliga entwickelt sich als eine der besten Ligen der Welt. Für mich sind die Premier League, die Bundesliga, und dann mit etwas Abstand unsere französische Ligue 1 und die spanische Liga die besten Ligen. Ich denke, dass ich mich in Mainz verbessern kann. Und für einen jungen Spieler ist das besonders wichtig.

          Wir haben Sie nach einem Training im intensiven Gespräch mit Sandro Schwarz beobachten können. Es schien, dass Sie über defensive Besonderheiten diskutiert haben. Ist die Gewöhnung an den deutschen Fußball aufwendig?

          Ich werde Ihnen nicht im Detail sagen, was ich mit ihm besprochen habe, das bleibt zwischen uns beiden. Aber klar ist, dass wir über Fußball gesprochen haben, damit ich mich so schnell wie möglich an den Verein und die Mannschaft anpasse. Ich muss mich der Mannschaft anpassen, und nicht umgekehrt.

          Wie sprechen Sie miteinander?

          Ich spreche ein wenig Englisch und der Trainer spricht ein wenig Englisch. Ich spreche kein Deutsch, ich spreche Französisch. Wichtig ist, wir sprechen beide Fußball. Fußball ist eine universelle Sprache, alle können die Sprache des Fußballs sprechen, ohne dieselbe Sprache zu sprechen, mit Gesten und Reaktionen. Das Wichtigste ist nicht, dieselbe Sprache zu sprechen, sondern sich mit dem Ball zu verstehen. Sandro will mir helfen, und ich will auch, dass er mir hilft, also wird es sicherlich klappen.

          Sandro Schwarz hat betont, dass Sie sich von einer mannorientierten Spielweise in Metz umstellen müssen auf den Mainzer Stil des eher im Raum arbeitenden Defensivkollektivs. Ist das für Sie schwer?

          Jeder Trainer entscheidet, mit welchem System er spielen will, und die Spieler müssen das akzeptieren. Wenn ein Spieler in einem System spielen kann, aber nicht in einem anderen, dann ist es seine Schuld und er wird nie ein Klassespieler. Ich denke, dass alle Spieler in allen Systemen und Situationen spielen können müssen, deshalb muss ich mich anpassen.

          Wie gut kennen Sie die Bundesliga bereits?

          Ich schaue sehr oft Fußball, die französische Liga sowie die englische oder die deutsche. Also, ich kenne die deutschen Mannschaften und ein paar Spieler, ich weiß schon, dass in der Bundesliga viele Tore geschossen werden, dass es eine spektakuläre Liga ist, mit vielen Fans und einer tollen Stimmung in den Stadien. Es ist eine sehr gute Liga, deshalb bin ich sehr froh, hierher gekommen zu sein. Ich will vor allem Mainz helfen und mich verbessern. Ich denke, dass es eine sehr gute Liga ist, wo die kleinen Teams auch überraschen können, wie Leipzig vor zwei Jahren. Jedes Jahr gibt es Überraschungen, und das finde ich toll.

          Haben Sie also hohe Ziele mit Mainz und wollen die Überraschung der Saison werden?

          Die Ziele werden vom Verein vorgegeben. Wenn wir den Klassenerhalt erreichen sollen oder den fünften oder sechsten Platz, dann ist das für mich in Ordnung. Ich will die Ziele des Vereins erreichen, und meine Ziele sind einfach, die beste Saison mit meinen Kameraden zu schaffen. Wir wollen gut spielen und auch mal große Teams schlagen, so dass wir Grund haben, zusammen zu feiern und mit den Fans Spaß zu haben. Fußball ist nämlich zuallererst Spaß.

          Wie sehr können Sie sich als Franzose und junger Spieler schon einbringen ins Team?

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