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Carsten Knop

Die Sorgen der Biker : Ein Herz für Motorradfahrer

  • -Aktualisiert am

Aufmerksamkeit: Motorradfahrer demonstrierten in Frankfurt gegen zu viele Einschränkungen zu ihren Lasten und sammelten Spenden für Flutopfer Bild: dpa

Längst nicht alle Motorräder sind zu laut, nicht jeder Biker fährt regelmäßig zu dicht auf. Ansonsten gilt: Die lokalen Straßenverkehrsbehörden können die konkrete Lage am besten einschätzen und reagieren.

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          Anders als es manches Klischee glauben machen will, verhalten sich die wenigsten Motorradfahrer so, dass sie gegen die Straßenverkehrsordnung verstoßen. Ihre Motorräder sind eben nicht zu laut, sie fahren auch nicht routinemäßig zu dicht auf – und selbst die aktuelle Frage illegaler Rennen steht in diesen Wochen allein im Kontext irrer Autofahrer. Und doch waren an diesem Wochenende wieder Tausende Motorradfahrer auf der Straße, um gegen drohende Einschränkungen zu protestieren, auch in Frankfurt.

          Eine Zeitlang konnten die Biker sich darüber freuen, dass der amtierende Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) sich nicht für eine Initiative des Bundesrats erwärmen konnte, die erhebliche Einschränkungen mit sich gebracht hätte: Ein Lärmgrenzwert für neue Motorräder wurde gefordert, höhere Strafen für Manipulationen an Auspuff oder Luftfilter, zeitlich beschränkte Verkehrsverbote an Sonn- und Feiertagen. Scheuer war der Meinung, die bestehenden Regelungen und Strafen reichten aus. Und ob man Biker mag oder nicht – und auch wenn man sich manchmal ganz subjektiv von ihnen gestört fühlt: Der Bundesverkehrsminister hatte und hat recht.

          Bußgelder für Tunen

          Die lokal zuständigen Straßenverkehrsbehörden können die konkrete Lage am besten einschätzen und entsprechend reagieren, zum Beispiel am Feldberg im Taunus. Hinzu kommt, dass für das Tunen von Motorrädern wirksame und hohe Bußgelder gelten. Doch die Legislaturperiode neigt sich dem Ende entgegen, es stehen Neuwahlen an. Und wer weiß schon, wer künftig die Verkehrspolitik bestimmt.

          Da erscheint den Motorradfahrern ein vorbeugender Hinweis darauf, dass man nicht immer hurra schreiben muss, wenn weitere Freiheiten eingeschränkt werden, sinnvoll zu sein. Vermutlich nicht zu Unrecht: Die Biker wenden sich nämlich unter anderem gegen das „Tiroler Modell“ und seine drohende Vorbildfunktion. Denn seit 10. Juni gilt in Tirol auf einigen Strecken ein Fahrverbot für Motorräder mit einem Standgeräusch von mehr als 95 Dezibel. Klingt in den Ohren höchst vernünftig, ist es aber nicht. Denn es geht hier nicht etwa um getunte illegale Modelle. So gut wie jeder große Hersteller ist von den Lärmfahrverboten in Österreich betroffen. BMW, Honda, Ducati & Co., alle sind dabei. Soll man sich als Nichtmotorradfahrer darüber freuen? Vorsicht: Eben noch hatte man ein völlig legales Fahrzeug, plötzlich nicht mehr uneingeschränkt. Was würden wohl Autofahrer dazu sagen?

          Carsten Knop
          Herausgeber.

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