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Moses Pelham im Porträt : Sentimental will er nicht werden

  • -Aktualisiert am

Er kürzt nicht mehr ab: Produzent und Rapper Moses Pelham Bild: dapd

Er war der erste Star des deutschen Rap, er hat viele andere zu Stars gemacht. Er war berühmt für Zorn, heute nennt er sich altersmilde. Eine Begegnung mit Moses Pelham.

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          Er kürzt nicht mehr ab, das „P.“ hat er abgelegt. Er ist über den hinausgewachsen, der solcherlei Ich-bin-ein-Rapper-Selbstvergewisserung, groß wie ein Supermarktparkplatz, nötig hatte. „Als ich mich für das ,P.‘ entschieden habe, war ich zwölf. Ich hatte fünf Rap-Platten, und auf allen war der Name abgekürzt. Ich dachte damals: Aha, so geht das. Und dann machte ich das auch“, sagt Moses Pelham, und er lacht - eine Schublade bleibt leer, wenn man ihn trifft: Die, auf der steht, dass es dem Rap und seinen Protagonisten doch entschieden an Selbstironie mangelt.

          Dass Moses Pelham, inzwischen so etwas wie der Elder Statesman des deutschen Hiphop, ohnehin für einige Überraschungen gut ist, hätte man sich bei der Biographie eigentlich denken können: Mit 16 Jahren das erste Mal auf Vinyl zu hören. Mit 17 das erste Solo-Album und eine Plazierung in den Media Control Charts. Mit 19 eine Plattenfirma gegründet. Er nennt sie „Pelham Power Productions“, oder auch nur „3p“. Bis heute hat das Unternehmen 145 Platten veröffentlicht und unter anderem das Rödelheim Hartreim Projekt, ein Duo des Label-Gründers Pelham mit Thomas Hofmann, später Sabrina Setlur, Xavier Naidoo, Azad, Glashaus und Cassandra Steen hervorgebracht. Unlängst saß Moses Pelham bei der Casting-Show X-Factor in der Jury und ist seitdem auch bei jenen gespeichert, die bislang um die Szene, für die er steht, einen großen Bogen gemacht haben.

          „Beim Gesang wird sehr viel verziehen“

          Er hat viele Künstler entdeckt, gefördert, aufgebaut, sich unterdessen immer auch um seine Karriere als Musiker gekümmert. Gerade ist ein neues Soloalbum, der letzte Teil seiner Trilogie „Geteiltes Leid“, herausgekommen. Für den ersten hatte Pelham 1999 einen Echo, den Musikpreis der Deutschen Phonoakademie, erhalten, als Produzent des Jahres. Teil zwei lieferte er 2004. Die langen Abstände zwischen den Veröffentlichungen erklärt er damit, dass er zum einen als Produzent für andere ja sehr viel zu tun habe, er sich zum anderen nicht als „Dienstleister“ seiner Fans verstehe. Und: „Eine vernünftige Rap-Platte“, wie er das nennt, abzuliefern nehme sehr viel mehr Zeit in Anspruch, als eine Gesangsplatte herauszubringen. „Einfach, weil sie sehr viel mehr Text hat.“ Und weil dieser Text eben quasi nackt und unter Flutlicht ganz vorn in der ersten Reihe steht und nicht wie sonst so oft in der Populär-Musik bloß ein Hintergrundgeräusch abgibt, bei dem man meist eigentlich ganz froh ist, nichts Genaueres zu verstehen.

          „Beim Gesang wird sehr viel verziehen“, sagt Pelham, bei „Rap 2013“ sei das ganz anders, „Textschwächen“ könne man sich nicht erlauben; er will sich jedenfalls keine vorwerfen lassen. Entsprechend lang und bisweilen quälend sei der Schreibprozess. „Ich bastele wirklich so lange daran herum, bis ich sicher bin.“ Meistens tut er das in den Abend- und Nachtstunden.

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