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Sprung von Kaufhaus überlebt : Frau mit Beil getötet: Ehemann gesteht

  • Aktualisiert am

Verhandlungsort: das Frankfurter Landgericht Bild: dpa

Sie habe ihm die gemeinsamen Kinder vorenthalten wollen: Mit diesen Worten hat sich ein mutmaßlicher Mörder vor dem Frankfurter Landgericht erklärt. „Claudia hat mich zum Mörder gemacht.“

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          Zum Prozessauftakt hat ein 48 Jahre alter Mann am Dienstag den Mord mit einem Hammerbeil an seiner Ehefrau gestanden. Der Deutsch-Kameruner räumte am Dienstag vor dem Landgericht Frankfurt ein, dass er die 39 Jahre alte Frau nach einer monatelangen Ehekrise erschlagen habe. Schon in den Wochen vor der Tat im Oktober vergangenen Jahres hatte der Angeklagte in verschiedenen Briefen und E-Mails Hass- und Rachegedanken geäußert. Angeklagt ist er wegen Mordes aus niedrigen Beweggründen.

          Am frühen Morgen des Tattages habe er nach einem Streit in dem gemeinsam bewohnten Haus in Frankfurt sieben Mal mit dem Hammerbeil auf den Schädel seiner Frau ein. Die Kinder der Eheleute bekamen im Obergeschoss des Hauses nichts von der Auseinandersetzung mit. Nach der Tat fuhr der Mann in die Innenstadt und stürzte sich von der Galerie eines Kaufhauses 20 Meter in die Tiefe. Er überlebte allerdings den Suizid-Versuch schwer verletzt.

          Von Weinkrämpfen unterbrochen

          „Claudia hat mich zum Mörder gemacht“, hieß es in einem von der Polizei am Tatort entdeckten Computernachricht. Seine Frau habe ihm die gemeinsamen Kinder „abgewöhnen“ wollen, sagte der Angeklagte in seiner umfangreichen Einlassung - immer wieder von Weinkrämpfen unterbrochen. Dabei habe sie ihm erklärt, künftig mit gar keinem Mann mehr zusammenleben zu wollen, und ihn aufgefordert auszuziehen. Das Paar kannte sich rund zehn Jahre und war seit 2009 verheiratet.

          Die Schwurgerichtskammer des Landgerichts hat zunächst sechs Verhandlungstage angesetzt und will den Prozess noch im August abschließen. Dabei soll auch ein psychiatrischer Gutachter zur Frage einer möglicherweise eingeschränkten Schuldfähigkeit vernommen werden. Aus dem Familien- und Bekanntenkreis sollen darüber hinaus zahlreiche Zeugen gehört werden.

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