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Mord im Niddapark : „Ira hatte vor niemandem Angst“

Gedenken an Irina A.: Die Leiche der 29 Jahre alten Frau wurde im Mai 2018 im Frankfurter Niddapark gefunden. Bild: Helmut Fricke

Im Mai 2018 wurde Irina A. im Frankfurter Niddapark ermordet. Der mutmaßliche Täter, der Gastronom Jan M., beteuert seine Unschuld. Bei der Motivsuche gestaltet sich die Aufarbeitung der Geschäftsbeziehungen als besonders schwierig.

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          Es muss ein schrecklicher Kampf gewesen sein, der in der Nacht auf den 9. Mai 2018 im Frankfurter Niddapark stattfand. Ein schrecklicher und ein ungleicher, denn sein Sieger hinterließ eine Besiegte, die von Beginn an keine Chance gegen ihn hatte. Irina A., 29 Jahre alt, starb in jener Nacht an den Folgen brutaler Messerstiche, wuchtig und kraftvoll, sie wurde regelrecht niedergemetzelt. Mehr als 30 Wunden wies ihr Körper auf, manche davon postmortal zugefügt, dazu zahllose Hämatome und Brüche an Armen und Händen, die auf eines hinweisen: Sie wehrte sich verzweifelt. Die Waffe, die ihr Mörder benutzte, ist bis heute nicht gefunden. Doch der Mann, den die Staatsanwaltschaft für den Täter hält, sitzt seit Ende August, knapp 16 Monate nach der Tat, vor Gericht. Es ist Jan M., Szene-Gastronom aus Frankfurt, Geschäftspartner und enger Freund der Getöteten, auf dessen Schuld so vieles hindeutet, der aber sagt, er sei unschuldig.

          Anna-Sophia Lang

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Ich habe Irina nicht umgebracht oder etwa umbringen lassen“, lautet der erste Satz seiner Einlassung, die einer seiner Verteidiger an Tag eins des Mordprozesses in seinem Auftrag abgab. Und dann: „Auch nach gründlichem Studium der gesamten Akten weiß ich nicht, wer das getan hat oder ihr das angetan haben könnte.“ Die Staatsanwaltschaft dagegen ist überzeugt, den richtigen Mann auf die Anklagebank gebracht zu haben. Sie glaubt, dass Jan M. Irina A. ermordete, weil er ihr hohe Summen schuldete, die er nicht zurückzahlen konnte. Unter dem Vorwand, jemand Drittes werde ihr an jenem Abend Geld übergeben, habe er sie gegen 21:15 Uhr in den Niddapark gelockt. „Tatsächlich gab es keinen Geldgeber, und der Angeschuldigte hatte auch nicht vor, seine Schulden zu begleichen“, heißt es in der Anklageschrift. „Das Treffen hatte der Angeschuldigte initiiert, um sich seiner Geschäftspartnerin und deren immer drängenderen Rückzahlungsforderungen, die er nicht in der Lage war zu erfüllen, zu entledigen.“ Die junge Frau, heißt es weiter, war von dem Angriff völlig überrascht.

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