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Todesschuss auf Lübcke : Gutachten zur Tatwaffe belastet Stephan E.

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Schwer belastet: der Verdächtige Stephan E. (Mitte) – hier auf dem Weg zu einem Haftprüfungstermin Bild: dpa

Mit welcher Waffe der Kasseler Regierungspräsident Lübcke erschossen wurde, steht nun fest. Es ist die Waffe, die der Verdächtige Stephan E. vergraben hatte.

          Nach dem Mord am Kasseler Regierungspräsidenten Walter Lübcke haben Kriminaltechniker die Tatwaffe zweifelsfrei identifiziert. Ihr Gutachten belaste den Tatverdächtigen Stephan E. schwer, berichtete der „Spiegel“ am Dienstagabend online. Demnach wurde der tödliche Schuss auf Lübcke mit einer Waffe des Kalibers 38 Spezial abgegeben, die E. mit anderen Waffen auf dem Gelände seines Arbeitgebers vergraben hatte. Die Bundesanwaltschaft in Karlsruhe wollte den Bericht am Mittwoch nicht kommentieren.

          Laut „Spiegel Online“ handelt es sich um einen kurzläufigen Revolver des brasilianischen Herstellers Rossi. Stephan E. hatte den Ermittlern nach seiner Festnahme selbst von dem Versteck berichtet und die Namen zweier Männer genannt, über die er an die Tatwaffe gekommen sei.

          E. spricht von Bedrohungsgefühl

          Aufgrund dieser Aussage sitzen Elmar J. und Markus H. ebenfalls in Untersuchungshaft, ihnen wird Beihilfe zum Mord vorgeworfen. Inzwischen hat E. sein ausführliches Geständnis widerrufen.

          Der CDU-Politiker Lübcke war Anfang Juni auf seiner Terrasse mit einem Kopfschuss getötet worden. Gen-Spuren am Tatort führten zu E., der seit Mitte Juni in U-Haft sitzt. Weil vieles auf einen rechtsextremen Hintergrund der Tat hindeutet, führt inzwischen der Generalbundesanwalt die Ermittlungen. E. hatte ursprünglich ausgesagt, er habe seine Familie durch kriminelle Ausländer bedroht gesehen, dazu hätten ihn islamistische Anschläge stark aufgewühlt. Lübcke, der 2015 die Einrichtung einer Flüchtlingsunterkunft bei Kassel verteidigt hatte, habe er daran eine Mitschuld gegeben.

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