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Möbelhaus Erbe : Neue Pläne für Einzelhandels-Brache

Es war einmal: Die heute zerschlagene verglaste Eingangshalle galt als das Markenzeichen des Möbelhaus Erbe. Bild: Wohlfahrt, Rainer

Seit zehn Jahren verfällt das ehemalige Möbelhaus Erbe - trotz der hervorragenden Lage der Immobilie. Jetzt aber scheint ein Investor gefunden worden zu sein.

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          Nach jahrelangem Stillstand zeichnet sich eine neue Nutzung für das einstige Areal von Möbel Erbe im Hanauer Stadtteil Steinheim ab. Das Gelände mit dem zunehmend verfallenden einstigen Möbelhaus hat die im Rhein-Main-Gebiet vielerorts aktive Schoofs Immobilien GmbH mit Sitz in Neu-Isenburg erworben. Die Gesellschaft entwickelt Objekte vornehmlich für Mieter der Lebensmittelbranche sowie für Betreiber von Bau- und Heimwerkermärkten; Projekte werden derzeit unter anderem in Offenbach, Neu-Isenburg und Nidda verwirklicht. Nach Mitteilung aus dem Rathaus erläuterte Geschäftsführer Mohammed Younis jüngst vor dem Magistrat seine Pläne für das Gelände. Danach soll ein großer Supermarkt mit weiteren kleineren Angeboten zur Nahversorgung in einer „ansprechenden Gesamtarchitektur“ entstehen.

          Luise Glaser-Lotz

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Kinzig-Kreis.

          Laut Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD) passt das Vorhaben zu den städtischen Vorstellungen für eine Entwicklung des Geländes. Auch die vorgesehene Gestaltung gefällt dem Oberbürgermeister. Sie sei geeignet für die Schaffung eines attraktiven Eingangs für den Stadtteil Steinheim an einer exponierten Stelle der Stadt. Der derzeitige Zustand der Gewerbefläche an der Otto-Hahn-Straße bedeute einen bedauerlichen Schandfleck für Hanau und ein Ärgernis für die Steinheimer Bürger.

          Auch Wohnungsbau geplant

          Zusätzliche Einzelhandelsflächen sollen nach den Plänen des Investors nicht geschaffen werden. Vielmehr sollen zwei bereits in Steinheim ansässige Lebensmittelmärkte an die Otto-Hahn-Straße wechseln. Zum einen wird das nahe gelegene große Rewe-Center an die Otto-Hahn-Straße ziehen, sollte das Projekt wahr werden. Ein solches Center gibt es auch im Fachmarktzentrum Kinzigbogen im Hanauer Stadtteil Lamboy. Neben mehreren Filialen befindet sich zudem auch im Stadtteil Wolfgang ein größerer Markt im neuen Nahversorgungszentrum am Wohngebiet Argonner-Park. Das gut frequentierte Zentrum in Wolfgang, das direkt an der Bundesstraße 8 in Richtung Bayern liegt, schwebt der Stadt als Vorbild auch für die Otto-Hahn-Straße vor. Dort haben sich zusätzlich zu der Aldi- und Rewe-Filiale eine Drogerie der Kette Rossmann sowie Filialen der Schuhkette Deichmann und des Bekleidungsanbieters Takko angesiedelt. Eine Apotheke, eine Sparkassenfiliale, eine große Bäckerei mit Imbisszone sowie mehrere Dienstleister ergänzen das Angebot in Wolfgang. Für Steinheim wird vorerst nur ein weiterer künftiger Mieter genannt: der Discounter Aldi. Auf den frei werdenden Arealen in Steinheim ist nach den Worten Kaminskys der Bau von Wohnungen vorgesehen.

          Schoofs Immobilien arbeiten nach städtischer Mitteilung derzeit an den Unterlagen für den Bauantrag. Im Baugenehmigungsverfahren werde die Stadt genau prüfen, ob alle rechtlichen Anforderungen an das Projekt erfüllt seien, sagte Kaminsky. Außer einer Bewertung der Einzelhandelssituation würden auch gestalterische Fragen und die Verkehrsanbindung erörtert. Die Pläne sollen demnächst im Struktur- und Umweltausschuss der Stadtverordnetenversammlung sowie im Ortsbeirat Steinheim vorgestellt werden.

          Gelände jahrelang ungenutzt

          Bis vor wenigen Wochen war das Möbel-Erbe-Gelände noch im Besitz des Großunternehmers Kurt Krieger, der auch das ehemalige Möbelhaus Walther in Gründau erwarb und es in Möbel Höffner umfirmierte. Krieger hatte seinen Konkurrenten Möbel Erbe im Jahr 2005 erworben. Das Traditionsmöbelhaus wurde damals in vierter Generation von Egbert Erbe geleitet. Das Haus war nach seiner Darstellung dem Druck der Konkurrenz nicht mehr gewachsen und musste zuletzt jeden Monat mehrere hunderttausend Euro an Verlust verkraften. Die Einrichtung eines großen Möbelverkaufs durch Krieger kam nach der Übernahme nicht zustande, weil sich der Unternehmer und die Stadt nicht auf ein Sortiment einigen konnten, das keine Konkurrenz zum innerstädtischen Einzelhandel dargestellt hätte. Das Gelände samt Bauten blieb daher jahrelang ungenutzt. Lediglich einen Sconto-Mitnahmemarkt ließ Kieger auf einem Teil seines Steinheimer Besitzes einrichten. Der Möbel-Discounter ist heute noch in Betrieb.

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