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Mitten in Frankfurt : Dauerhafter Pavillon soll Provisorium ersetzen

Gezählt: die Tage des „Zukunftspavillons“ zwischen dem Frankfurter Roßmarkt und Goetheplatz Bild: Wolfgang Eilmes

Die Idee, den Roßmarkt in Frankfurt mit Gastronomie zu beleben, ist aus Sicht der Stadt aufgegangen. Gewünscht wird ein niedriger Bau mit viel Glas.

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          Die Tage des „Zukunftspavillons“ zwischen dem Frankfurter Roßmarkt und Goetheplatz sind gezählt. Eineinhalb Jahren nach seiner Eröffnung wird das Gebäude spätestens Ende April wieder abgebaut und an einen anderen Ort gebracht, der allerdings noch nicht feststeht. „Es war stets als Provisorium geplant“, sagt der Sprecher des Planungsdezernats. Die Stadt wollte damit unter anderem erproben, ob sich die Stelle für ein dauerhaftes Gebäude eignet. Dieser Beweis wurde aus Sicht der Stadt erbracht. Der Pavillon habe mit einem Café und einer kleinen Bühne den Platz spürbar belebt.

          Rainer Schulze

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Planungsdezernent Mike Josef (SPD) spricht sich deshalb dafür aus, auf dem Platz ein permanentes Gebäude zu errichten, allerdings nicht einen massiven Riegel, sondern einen höchstens zweigeschossigen, leichten und transparenten Gastronomiepavillon mit hohem Glasanteil in der Fassade. Dieser Pavillon soll nicht wie das temporäre Bauwerk in Höhe der Junghofstraße stehen, sondern leicht nach Norden versetzt werden, so dass er die Flucht der Gebäude an der Straße aufnehmen würde. Diesen Ort sieht auch das Innenstadtkonzept vor.

          „Das ist kein Schrott“

          Die Tiefgarage unter dem Goetheplatz war an dieser Stelle schon vorsorglich verstärkt worden, um einen Baukörper tragen zu können. Die Idee, den Pavillon an der Börsenstraße zu errichten, lehnt Josefs Sprecher aus städtebaulichen Gründen ab. Josef stellt sich mit seinem Plädoyer für einen dauerhaften Pavillon gegen alte Überzeugungen seiner Partei. Die SPD hatte das Projekt vor der Kommunalwahl noch für gescheitert erklärt.

          Die Pläne sind allerdings noch nicht besonders konkret. So ist noch unklar, wie viele Bäume für das Bauwerk gefällt oder zumindest versetzt werden müssen. Zwischen Roßmarkt und Goethedenkmal stehen 32Bäume in acht Reihen. Mindestens eine, vielleicht auch zwei oder drei Reihen müssten wohl weichen. Außerdem könnte der schon überbaute Abgang zur Tiefgarage in das Gebäude integriert werden. Ebenfalls noch unklar ist, wer das Gebäude errichten und betreiben wird. Eventuell will die Stadt einen Wettbewerb ausschreiben und das Projekt an den Investor mit dem besten Konzept vergeben. Der Sprecher schließt aber auch nicht aus, dass die Stadt selbst als Bauherr tätig werden könnte.

          Die Idee zu dem Zukunftspavillon war im „Architektursommer“ entstanden. Eigentlich sollte er nur ein Jahr bis Ende Oktober 2016 auf dem Roßmarkt stehen. Die Stadt hatte das Provisorium aber auf Wunsch der Betreiber länger stehen lassen, weil es im Sommer gut angenommen wurde. Derzeit ist der Pavillon geschlossen, weil er sich bei winterlichen Temperaturen nicht ausreichend beheizen lässt.

          Ian Shaw meint dennoch, dass sich das Konzept bewährt hat. Von dem Architekten stammt der Entwurf mit der begrünten Plexiglas-Fassade, der Verein „Frankfurter Garten“ hat den Pavillon betrieben. Shaw berichtet von rund 70Veranstaltungen – von der Diskussion zum Wohnungsmarkt über Schulungen im Kräutergarten bis hin zu Tai-Chi-Kursen und Konzerten. Auch Shaw hält es für städtebaulich geboten, ein dauerhaftes Gebäude leicht versetzt zu errichten. Wo sein Pavillon wieder aufgebaut wird, steht noch nicht fest. Shaw hofft, dass er sich wiederverwerten lässt: „Das ist kein Schrott.“

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