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Mittelrheintal : Resolution gegen Bahnlärm, Hoffen auf Brüssel

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Lärm tagaus, tagein: Güterzug im Mittelrheintal Bild: dpa

Seit Jahrzehnten klagen die Menschen im Mittelrheintal über Bahnlärm. Nun wollen sie die EU-Kommission in Brüssel wachrütteln. Gelingen soll das mit einer Resolution, die mehr als 50 Vertreter aus der Region unterschrieben haben.

          Die Proteste gegen den Bahnlärm im Mittelrheintal reißen nicht ab: Mehr als 50 Vertreter von Kommunen, Initiativen, Kammern und Verbänden aus der Region haben in St. Goar eine gemeinsame Resolution gegen Bahnlärm unterzeichnet. Sie soll noch in dieser Woche an die EU-Kommission geschickt werden, um dort auf die Probleme der lärmgeplagten Menschen in der Gegend aufmerksam zu machen, teilte die Struktur und Genehmigungsdirektion (SGD) Nord in Koblenz mit. Die SGD Nord und die Initiative Region Mittelrhein hatten die Resolution ins Leben gerufen.

          „Gemeinsam wollen wir auf wirksamere Maßnahmen zur Verringerung des Bahnlärms hinwirken, damit die Region Mittelrhein auch in Zukunft ein attraktiver Lebensraum bleibt“, sagte der Vorsitzende der Initiative Region Mittelrhein, Manfred Graulich.

          Blick in die Schweiz

          Für die Menschen in der Region zählt der Bahnlärm seit Jahrzehnten zu den größten Problemen. Das ging auch aus dem Ende Februar von der rheinland-pfälzischen Landesregierung vorgestellten Masterplan für das Welterbegebiet Oberes Mittelrheintal hervor.

          Vorbild in Sachen Lärmschutz ist nach SGD-Angaben die Entwicklung in der Schweiz. Dort sehe ein Gesetzentwurf von 2020 an neue Lärmgrenzwerte auf Bahnstrecken vor. Diese entsprächen einem faktischen Verbot der alten und lauten Graugussbremsen an Güterwaggons. „Wir hoffen, dass sich die Situation so positiv wie in der Schweiz entwickelt“, sagte der Präsident der SGD Nord, Ulrich Kleemann. Gesetzliche Regelungen seien allerdings nur auf Bundes- oder EU-Ebene zu erreichen. Daher werde die Resolution auch nach Brüssel geschickt.

          Unterstützung kam auch von Vertretern aus der Landespolitik. Angesichts der starken Belastung durch den Bahnlärm drohe die Akzeptanz für den an sich umweltfreundlichen Schienenverkehr zu sinken, sagte etwa die verkehrspolitische Sprecherin der Grünen im Landtag, Jutta Blatzheim-Roegler. „Das ist nicht zielführend für eine zukunftsfähige Logistikpolitik in Deutschland.“ Die verkehrspolitische Sprecherin der SPD-Fraktion, Astrid Schmitt, betonte: „Die Bürgerinnen und Bürger im Mittelrheintal sind über Gebühr durch den Bahnlärm in ihrer Lebensqualität eingeschränkt.“

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