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Jahrestag der Pogromnacht : Mitglieder der Jungen Union singen Lied aus Zweitem Weltkrieg

Saubermachen nach dem Eklat: Die Junge Union Hessen bedauert den Zwischenfall in Berlin (Symbolbild). Bild: dpa

Eine Bildungsreise der Jungen Union Hessen nach Berlin endet im Eklat. In einer Kneipe singen Mitglieder des Parteinachwuchses das umstrittene „Westerwaldlied“, das besonders bei der Wehrmacht populär war.

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          Mitglieder der CDU-Jugendorganisation Junge Union aus Limburg und aus dem Rheingau-Taunus-Kreis haben in einer Berliner Kneipe lauthals das „Westerwaldlied“ gesungen. Darüber hatte als erstes der „Tagesspiegel“ berichtet.

          Alexander Davydov
          Sportredakteur.

          Das Lied wurde während des Dritten Reiches von den Nationalsozialisten instrumentalisiert und von Soldaten der Wehrmacht während der Einmärsche in Frankreich, Holland und Luxemburg gesungen. Besonders prekär dabei ist, dass der CDU-Nachwuchs das kontroverse Musikstück am 80. Jahrestag der Pogromnacht angestimmt hatte.

          Junge Union bedauert den Vorfall

          Die Mitglieder der Jugendorganisation waren als Teil einer Reisegruppe in der Hauptstadt unterwegs, um „ausgelassen und stimmungsvoll“ zu tagen, wie es in einer schriftlichen Presseerklärung der Jungen Union Limburg hieß.

          Wie eine Augenzeugin berichtete, sei die Gruppe in der Kneipe „Zur Quelle“ jedoch von Anfang an durch lautes und pöbelndes Verhalten negativ aufgefallen. Dabei sollen Gäste auch durch homophobe Äußerungen beschimpft worden sein.

          Ein Sprecher der Jungen Union Hessen bedauerte gegenüber FAZ.NET den Vorfall und betonte, man sei dabei, die Geschehnisse aufzuklären. Die Junge Union Hessen entschuldige sich dafür, wenn Gefühle der anwesenden Gäste in der Kneipe verletzt worden seien. Die Pöbeleien gegenüber den Gästen würde man untersuchen und daraus gegebenenfalls Konsequenzen gegenüber den beteiligten Mitgliedern der Jungen Union ziehen. Der Gesang des „Westerwaldlieds“ sei allerdings, trotz des unglücklichen Zeitpunkts, nicht verboten.

          Auch der CDU-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Rheingau-Taunus/Limburg, Klaus-Peter Willsch, verteidigte den Parteinachwuchs. Über Facebook erklärte er, dass das „Westerwaldlied“ kein Wehrmachts-Lied, sondern „eine Liebeserklärung an unsere Heimat“ sei. Willsch würde es sich nicht nehmen lassen, das Lied, das „weit über die Grenzen des Westerwaldes sehr beliebt ist,“ auch weiterhin zu singen und fügte im Anschluss an seine Erklärung den gesamten Text des Stücks hinzu.

          Über Twitter bedauerte Manfred Pentz, Generalsekretär der CDU Hessen, den Vorfall. Die Parteimitglieder hätten unter Alkoholeinfluss über die Stränge geschlagen.

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