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Beim totalen Blackout : Mit dem Satellitenhandy ins All telefonieren

Erreichbarkeit hat ihren Preis: Satellitentelefone kosten teilweise mehr als das neueste iPhone. Bild: AFP

Wenn der totale Blackout kommt, kann man damit über das All telefonieren: das Satellitenhandy. Ein paar Dinge sollten allerdings nicht nur beim Kauf beachtet werden.

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          Das ist kein Artikel für eine Reise in die Antarktis. Es ist auch keine Gebrauchsanweisung, wie man zum „Prepper“ wird. Aber als kurz vor Weihnachten Behörden plötzlich begannen, über den totalen Blackout zu sinnieren, der ganze Teile des Landes praktisch jederzeit lahmlegen kann, konnte man sich dem Gedanken kaum entziehen: Wie kommuniziert man dann eigentlich? Denn das Mobilfunknetz, so viel ist klar, wird beim großen Technikausfall nicht mehr funktionieren. Also muss für solche Fälle ein Satellitentelefon her.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Zugegeben, das war bisher etwas, das man eher Backpackern oder Wissenschaftlern, die ihre Hauptarbeitszeit im ewigen Eis verbringen, zugeschrieben hat. Niemals hätte man geglaubt, selbst einmal auch nur daran zu denken, sich solch ein Teil als „Must-have“ im Jahre 2020 anzuschaffen.

          Dabei entfaltet die Satellitentechnik, wenn man sich einmal eingehender damit befasst, zumindest für den Laien eine ähnliche Sogwirkung wie das Smartphone. Zwar können die meisten handelsüblichen Geräte nicht viel mehr als ein Handy aus den späten neunziger Jahren: kurze Textnachrichten verschicken und telefonieren, mehr nicht. Mit ihrer recht klobigen Form sehen die Geräte im Übrigen auch wie ein Uralt-Handy aus. Aber was ist schon ein schickes Design, wenn es einzig darum geht, im Katastrophenfall jemanden erreichen zu können, der Hilfe schickt?

          Normale Probleme bleiben bestehen

          Das Satellitentelefon kann das, weil es keine Funkstationen auf der Erde braucht. Seine Daten werden direkt über Satelliten übertragen. Was so einfach klingt, ist es für die Nutzer tatsächlich auch: Wie bei einem „normalen“ Mobiltelefon wählt man die Nummer des Empfängers. Sofern es keine größeren Störungen am Himmel gibt, dürfte die Verbindung relativ gut zustande kommen.

          Derzeit gibt es vier Systeme auf dem Markt: Iridium, das die gesamte Erdkugel erfasst, sowie Globalstar, Thuraya und Inmarsat, die nur einige Kontinente oder Weltregionen abdecken. Beim Kauf eines Telefons sollte man sich vorher überlegen, wo man das Gerät voraussichtlich nutzen wird, und es dementsprechend auswählen.

          Wenn man das Telefon nur im Notfall nutzen will, empfiehlt sich eine Prepaid-Karte. Aber auch feste Verträge sind möglich. Die Kosten für ein Telefonat betragen zwischen 60 Cent und 1,50 Euro je Minute – bei einem Preis von 400 bis 1400 Euro für das Handy. Ein Problem, das jeder kennt, bleibt allerdings auch bei einem solchen Satellitentelefon: Der Akku sollte jederzeit geladen sein.

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