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Mit Kindern auf der IAA : Baby trifft PS-Monster

  • -Aktualisiert am

Kinderprogramm: Wie 2015, als dieses Bild entstand, gibt auch dieses Jahr auf der IAA wieder Testfahrten für jüngere Besucher Bild: Niklas Grapatin

Die Internationale Automobil-Ausstellung ist nun auch für das Publikum geöffnet. Darunter sind nicht nur Große: Was mit Kleinkindern auf der IAA alles passieren kann.

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          Die Begründung, warum der Fünfjährige seinen Tretroller nicht mit aufs IAA-Gelände nehmen darf, muss man sich auf der Zunge zergehen lassen: „Alles, was fahren kann, ist auf der Automobilmesse verboten.“ Sagt der Mann von der Sicherheit. Man hätte sich bessere Startbedingungen für das Vater-Söhne-Event gewünscht. Doch so ist der Fünfjährige seines Rollers beraubt und der Zweijährige schon im Eingangsbereich so unglücklich über seine eigenen Füße gestolpert und auf den Hinterkopf gefallen, dass sich eine kleine Menschentraube um den Vater, dessen missmutigen Erstgeborenen und dessen schreienden Zweitgeborenen bildet.

          Vor zwei Jahren war der IAA-Besuch mit Kindern noch deutlich entspannter – oder verbietet sich ein Satz, in dem die Begriffe „Kinder“, „IAA“ und „entspannt“ vorkommen, von Natur aus? Jedenfalls saß der Kleine damals zufrieden in der Bauchtrage. Und wurde nur herausgeholt, um ihn den hübschen Hostessen etwa bei Lamborghini und Maserati in den Arm zu drücken als entzückendes Fotomotiv Marke „Baby trifft PS-Monster“.

          versonnen vor dem Maybach Cabriolet

          Dem Vater ist bewusst, dass in diesem Jahr weniger Autos-Gucken angesagt ist und mehr Kinderprogramm. In der von Mercedes bis zur Unkenntlichkeit verbauten Festhalle scheint der Zweijährige im Gedränge kurz verlorengegangen zu sein. Vaters Herz pocht und macht dann einen Satz der Erleichterung, als der Kleine versonnen vor dem Maybach Cabriolet steht. Eine Stunde verbringt das Trio im kleinen, zugigen Pavillon des Spielzeugrennbahnherstellers Carrera. Der Große entpuppt sich als gefühlvoller Racer, der Kleine als hinterlistiger Störenfried. Als er den gelben Flitzer eines um die Bestzeit fahrenden Messegastes mit einer blitzartigen Bewegung aus der Spur boxt, bedarf es mehr als nur einer Entschuldigung des Vaters. Immerhin tragen nun alle drei eine Kappe mit Carrera-Emblem – und machen sich, Vaters Wunsch, auf den Weg zum Ferrari-Stand.

          Vorher fordert der Erstgeborene einen Boxenstopp auf der Toilette. Wenig später informiert er darüber, dass seine abgeschlossene Toilettentür nicht mehr aufgeht. Während der Vater auf Rettungsmission die Tür hinaufkraxelt, rennt der Zweijährige vergnügt die Pissoir-Reihe entlang. Während der Vater den über Klobrille und Türklinke gestiegenen Jungen über die Tür wuchtet, drückt der Zweijährige in jeder Kabine die Spülung.

          Rupfen an der Bepflanzung des Parcours

          Am Ferrari-Stand gibt es diejenigen Besucher, die hinter der gläsernen Barriere stehen, und diejenigen, welche innen auf Tuchfühlung zu den automobilen Gottheiten aus Maranello gehen dürfen. Bei den Hostessen am Zugang blitzen Vater und Söhne ab, doch als der Zweijährige den Sicherheitsmann mit der Statur eines Silberrückens umarmt, ist der Weg frei. Und der Vater glücklich.

          In gefühlt drei Kilometer Laufdistanz wird der ältere Sohn noch mit einem kleinen Elektroauto den Hyundai-Kinderführerschein bestehen, während der Kleine die liebevolle Bepflanzung des Parcours rupft. Klar ist: In zwei Jahren geht es wieder zur IAA. Das wird dann deutlich entspannter.

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