https://www.faz.net/aktuell/rhein-main/mit-gleitschirm-auf-ezb-dach-gelandet-aktivisten-verurteilt-18152324.html

Mit Gleitschirm auf EZB-Dach : Aktivisten verurteilt

  • Aktualisiert am

Fassadenflug: Ein Greenpeace-Aktivist vor dem Sitz der Europäischen Zentralbank in Frankfurt. Bild: dpa

Zwei Männer wurden am Dienstag wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs zu Geldstrafen verurteilt. Sie waren mit Gleitschirmen auf der EZB gelandet. Das Gericht würdigte die „hehren Ziele“ und sanktionierte am „unteren Rand“.

          1 Min.

          Weil sie mit einem Gleitschirm auf dem Dach der Europäischen Zentralbank (EZB) in Frankfurt gelandet waren und dort ein „Greenpeace“-Transparent entrollt haben, sind zwei Männer vom Amtsgericht Frankfurt zu Geldstrafen verurteilt worden. Die beiden 36 und 39 Jahre alten Männer wurden am Dienstag wegen gemeinschaftlichen Hausfriedensbruchs zu Geldstrafen von 1200 beziehungsweise 1800 Euro (jeweils 30 Tagessätze) verurteilt.

          „Hehre Ziele“

          Die „Greenpeace“-Aktivisten waren im März vergangenen Jahres mit dem motorbetriebenen Gleitschirm in Begleitung mehrerer Foto-Drohnen auf dem zehn Meter hohen Dach gelandet und hatten dabei eine Dachluke versperrt. Nachdem das Transparent ausgerollt worden war, leisteten sie ohne Widerstand den Aufforderungen des Sicherheitspersonals Folge, verließen das Dach und gaben ihre Personalien an.

          Während der Verteidiger in Anbetracht des Klimawandels von einem „rechtfertigenden Notstand“ sprach, würdigten auch Gericht und Staatsanwaltschaft die „hehren Ziele“ der beiden geständigen und nicht vorbestraften Angeklagten. Gleichwohl hätten sie mit ihrer Aktion Recht und Gesetz verletzt und müssten deshalb mit einer Sanktion „am unteren Rand“ bestraft werden.

          Die Staatsanwaltschaft hatte sich zuvor einer von der Verteidigung vorgeschlagenen Verfahrenseinstellung gegen Geldauflage widersetzt. Nach einer ähnlichen Aktion auf dem Dach eines Berliner Ministeriums sei schon einmal derart verfahren worden, ohne dass sich der ältere Angeklagte dies zur Warnung habe gereichen lassen, hieß es. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Donald Trump – hier unter der Woche vor dem Trump Tower in New York – hat die Opferrolle einstudiert.

          Geheime Dokumente : Trump steht nicht über dem Gesetz

          74 Millionen Amerikaner hielten Trump 2020 die Treue. Bidens Staatsanwälte werden die wenigsten von ihnen umstimmen – im Gegenteil. Doch darauf darf die Justiz keine Rücksicht nehmen.
          Auf der Oder: In Widuchowa (Polen) wird der Fluss mithilfe eines flexiblen Damms von toten Fischen gereinigt.

          Fischsterben in der Oder : Warnung vor dem Wasser

          Feuerwehrleute, Polizisten und Freiwillige haben zuletzt tonnenweise tote Fische aus der Oder geholt. Bundesumweltministerin zeigt sich „sehr betroffen“ – und plant noch am Abend ein Treffen mit ihrer polnischen Amtskollegin.
          Schwaches Bild von sich selbst: Wer unter dem Impostor-Syndrom leidet, traut seiner eigenen Berufsbiographie nicht über den Weg.

          Impostor-Syndrom : Wenn man sich niemals gut genug fühlt

          Ein geringes Selbstwertgefühl kann im Beruf dazu führen, dass Hochqualifizierte denken, ihre Stellung gar nicht verdient zu haben. Das Phänomen hat einen Namen: Impostor-Syndrom. Doch was können Betroffene dagegen unternehmen?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.