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Eintracht Frankfurt : Baby Gacinovic wird erwachsen

Augen zu und durch: Mijat Gacinovic nimmt im Verdrängungswettbewerb Bundesliga die erste Hürde gegen Samperio. Bild: Heiko Rhode

Veh bezeichnete Gacinovic vom ersten Augenblick an als „mein Baby“. Der 20 Jahre alte Serbe fällt bei der Niederlage in Mainz als belebendes Element auf. Gegen Darmstadt sollte der Angreifer wieder dabei sein – ebenso wie Stendera.

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          Das Lob kam schnell und war berechtigt. „Mijat ist ein Gewinn“, sagte Armin Veh. Gut dreieinhalb Monate musste sich Mijat Gacinovic gedulden. Erst für das Nachbarschaftsduell beim FSV Mainz 05 befand ihn der Eintracht-Trainer für gut genug, um der Frankfurter Mannschaft eine Hilfe zu sein. Am Tag als die Eintracht mit dem 1:2 fast schon erwartungsgemäß eine weitere Niederlage bei den Rheinhessen erlitt, gab es tatsächlich einen Gewinner: Gacinovic. „Er hat sehr gut gespielt. Lob von mir“, sagte mit großem Selbstbewusstsein der von sich überzeugte Sturmkollege Haris Seferovic. Und der des Feldes verwiesene Kapitän Alexander Meier fügte später an: „Man hat schon im Training gesehen, dass er ein guter Fußballer ist.“

          Dass die Eintracht – aktuell mit vierzehn Punkten aus vierzehn Spielen Tabellendreizehnter in der Fußball-Bundesliga – in einer Krise steckt, hat mehrere Gründe. Einer ist die offene Flanke vorne links. Schon in der sommerlichen Vorbereitungsphase war Trainer Veh und Sportdirektor Bruno Hübner klar, dass Abhilfe dringend nötig war und Verstärkung geholt werden musste. Doch die angedachte Verpflichtung des Schalkers Sidney Sam zerschlug sich. In der kommenden Transferperiode im Januar ist geplant, einen zweiten Anlauf in Sachen Sam zu nehmen.

          Gacinovic hat alle Kritiker Lügen gestraft

          Veh vertraute im Sommer darauf, es mit seinem Kader schon irgendwie zu regeln, und setzte auf eine interne Lösung für den offensiven Außenposten auf der linken Angriffsseite. Doch alle bisherigen Planspiele schlugen fehl. Marc Stendera durfte sich versuchen, ebenso Aleksandar Ignjovski. Und selbst Linksverteidiger Bastian Oczipka wurde getestet. Alles ohne gewünschten Erfolg. Geduldig und ohne jegliche Ansprüche anzumelden, verfolgte der 20 Jahre alte Gacinovic das Treiben zumeist aus großer Distanz. Den Sprung in den Kader hatte er fast nie geschafft. Erst in Mainz bekam er seine erste Chance. „Und er hat sie genutzt“, wie sich Veh eingestehen musste.

          Monatelang hatte der Fußballlehrer darauf verzichtet, den serbischen U-20-Weltmeister auf der Bühne Bundesliga aufzubieten. Die personelle Not schien seinen Sinneswandel beeinflusst zu haben. Und natürlich die Tatsache, „dass Mijat im Training immer mehr zugelegt hat. Er hat Defizite aufgeholt.“ Mängel entdeckte der Eintracht-Coach vor allem bei der Körperlichkeit und Robustheit des schmächtigen Mannes vom Balkan. Doch als er die neunzig Minuten vom Nachbarschaftsduell in Mainz Revue passieren ließ, musste Veh erkennen: Gacinovic hat alle Kritiker Lügen gestraft.

          „Ich bin kein blutiger Anfänger“

          Er scheute keineswegs die Zweikämpfe, er suchte sie im Gegenteil geradezu. Dazu war es vor allem seine Unbekümmertheit und draufgängerische Entschlossenheit, die ihn zu einem belebenden Frischefaktor werden ließ. Tugenden, die der Eintracht in den vergangenen Wochen abhandengekommen waren. Vehs Mannschaft fehlte das Frische, das Leichte, das Überraschende. Und das Kompakte und Körperliche, denn der Frankfurter Coach musste sich eingestehen, „dass uns im Angriff Spieler für Eins-zu-eins-Situationen“ fehlen.

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