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Kommunalpolitiker Göttenauer : Wieder in Untersuchungshaft

Wieder in Haft: Die Wiederholungsgefahr war bei dem ehemaligen Kommunalpolitiker zu groß. Bild: dpa

Der ehemalige Wiesbadener Kommunalpolitiker Michael Göttenauer sitzt wieder in Untersuchungshaft. Im Januar war er wegen des Verdachts der Kinderpornographie verhaftet worden, Ende Juli kam er nach einem Geständnis gegen Auflagen frei.

          Der unter dem Verdacht der Kinderpornographie stehende ehemalige Wiesbadener stellvertretende Stadtverordnetenvorsteher Michael Göttenauer sitzt wieder in Untersuchungshaft. Er war Ende Juli gegen Auflagen auf freien Fuß gesetzt worden, nachdem er sich geständig gezeigt hatte. Noch in diesem Jahr soll es vor dem Wiesbadener Amtsgericht zum Prozess kommen.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt bestätigte gestern, dass der 47 Jahre alte Industriekaufmann verdächtigt wird, Mitte Oktober auf einer Chat-Plattform kinderpornographische Bilddateien hochgeladen und Chatpartnern zugänglich gemacht zu haben. Die Wohnräume seien am Mittwoch durchsucht worden. Den Angeklagten habe man wegen Wiederholungsgefahr abermals in Untersuchungshaft genommen. Das Beweismaterial werde gegenwärtig ausgewertet.

          Drei verschiedene Anklagefälle

          Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt erhob in drei Fällen Anklage. Die erste resultierte aus einer Wohnungsdurchsuchung im Oktober des vergangenen Jahres. Dem Vater von Zwillingen wird vorgeworfen, auf seinem Computer in der Zeit von Dezember 2012 bis Oktober 2013 fünf oder sechs Tauschpartnern mehrere tausend kinderpornographische Bild- und Videodateien zum Herunterladen zur Verfügung gestellt zu haben.

          Ein weiteres Ermittlungsverfahren kam in Gang, als der Beschuldigte im August des vergangenen Jahres auf einem Spielplatz in Mainz mit seinem Handy Fotos von nackten Kindern machte. Den herbeigerufenen Polizeibeamten musste der Beschuldigte sein Mobiltelefon aushändigen. Weil sich darauf zahlreiche Bilddateien mit unbekleideten Jungen und Mädchen befanden, wurde seine Wohnung abermals durchsucht. Auf verschiedenen elektronischen Speichermedien fand die Polizei damals rund 1000 Bilddateien und 20 Filme mit kinderpornographischen Inhalten. Auch in diesem Fall wurde inzwischen Anklage erhoben.

          Die dritte Anklage geht auf die Festnahme des Mannes im Januar dieses Jahres zurück. Er soll in Mainz zwei Kinder angesprochen und ihnen auf seinem Handy Videos mit kinderpornographischen Inhalten gezeigt haben. Auf das Angebot, für einen Euro mit ihm mitzukommen, seien die Kinder nicht eingegangen und stattdessen weggerannt, heißt es in der Darstellung der Generalstaatsanwaltschaft.

          Sie legt dem Mann den sexuellen Missbrauch von Kindern durch das Vorzeigen pornographischen Abbildungen zur Last. Eine Durchsuchung der Wohnung des Angeklagten führte zu einer Erweiterung der dritten Anklage. Sie umfasst auch die Beschaffung und den Besitz von kinderpornographische Dateien. Das Strafgesetzbuch sieht für derartige Taten eine Freiheitsstrafe von drei Monaten bis zu fünf Jahren vor.

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