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#MeTwo-Debatte : Rassisten sind immer die anderen

„Wir schämen uns für alle, die gegen uns schreien“: Das Abbild des ehemaligen Fußballspielers Anthony Yeboah auf einer Hauswand in Frankfurt-Niederrad. Bild: Helmut Fricke

Die „MeTwo-Debatte“ wird auch im multikulturellen Frankfurt hitzig geführt. Eine Diskussion über Rassismus im Alltag, über die Frage, wer eigentlich Opfer, wer Täter ist, und ob nicht doch alle mittlerweile überempfindlich geworden sind.

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          Gut, dass Sie mal zuhören.“ Helgo Müller holt tief Luft, setzt seine Einkaufstüte ab, rückt sich die Brille zurecht und lässt sich auf eine Parkbank im Schatten fallen. Er sieht aus wie einer, der es sich in seinem eigenen Wohnzimmer gemütlich macht. Und das Gallus, das ist sein Wohnzimmer. Seit mehr als 40 Jahren. Wenige Minuten zuvor hat Müller noch in der Schlange im Supermarkt angestanden. Eigentlich wollte er nur ein bisschen Wasser kaufen. Aber dann hat er eine Diskussion über Rassismus und die Frage, wie dieser in Frankfurt sichtbar werde, mitangehört. Nicht belauscht, wie er betont. Nur zugehört. Und Müller wäre nicht Müller, wenn er sich nicht einmischen würde. Das hat er schon immer so gemacht. Damals, als Schulelternbeiratsvorsitzender an der Paul-Hindemith-Schule, die für ihren hohen Anteil an Schülern mit Migrationshintergrund bekannt ist.

          Marie Lisa Kehler

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Heute, als Mitglied des Ortsbeirats. „Ich habe mich jahrzehntelang für das Thema Integration eingesetzt“, sagt er wenig später, als er sich auf der Parkbank vor dem Supermarkt zurücklehnt und die Menschen beobachtet, die an ihm vorbeiziehen. Und deshalb wisse er mit Sicherheit, dass es Rassismus in seinem Stadtteil Gallus nicht gebe. „Diese Diskussion kommt mir außerirdisch vor. Das betrifft die Menschen doch in keiner Art und Weise.“ Im Gallus, sagt er, sei es ein gutes Nebeneinander. Zugegeben, nicht immer ein Miteinander. „Aber die Leute bekriegen sich hier nicht.“

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