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Metallbranche : Mehr Nachfragen zu betriebsbedingten Kündigungen

Auch in der Metallbranche: Im Frühjahr 2020 geht die Tarifrunde in die heiße Phase. Bild: ddp

Der hessischen Metall- und Elektrobranche steht eine Tarifrunde bevor. Angesichts der bestehenden Rezession scheuen die Betriebe jedoch zusätzliche steigende Kosten. Werden sie sich mit Kündigungen behelfen oder Mitarbeiter halten können?

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          Die hessischen Metall- und Elektrounternehmen stehen vor einer Tarifrunde, die im Frühjahr Fahrt aufnehmen wird. Deshalb zeigen sich zahlreiche Betriebe der Branche nun angesichts der stockenden Konjunktur und notwendiger Investitionen in die Digitalisierung besorgt, die Tarifrunde könnte für steigende Kosten sorgen.

          Daniel Schleidt

          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          „Das können unsere Betriebe derzeit nicht gebrauchen“, warnte der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbands Hessenmetall, Dirk Pollert, während einer Veranstaltung vor Unternehmen der Branche. Zuvor hatte Michael Grömling vom Institut der deutschen Wirtschaft darauf hingewiesen, dass sich die Metall- und Elektroindustrie in einer Rezession befinde, „die Stimmung ist im freien Fall“. Zwei Drittel der Betriebe in Deutschland erwarteten, dass dieser Einbruch über das Jahr 2020 hinausgehe.

          Kurzfristige oder langfristige Maßnahmen ergreifen?

          Die Unternehmen der Metall- und Elektrobranche stünden vor der Herausforderung, in den nächsten Jahren viel Geld in Innovation investieren zu müssen, aber auch in die Qualifizierung der Mitarbeiter, um mit dem digitalen Wandel Schritt zu halten, sagte Pollert. In den vergangenen Monaten hätten sich mehr Betriebe als sonst bei dem Verband über die Umsetzung betriebsbedingter Kündigungen informiert, „das sind Vorboten einer Krise“. Deshalb müsse die Bundesregierung das Kurzarbeitergeld, das geholfen habe, die letzte Wirtschaftskrise zu überstehen, wieder „scharf stellen“, damit Firmen im Krisenfall schnell darauf zurückgreifen könnten.

          Volker Roßmann, Geschäftsführer des Elektronikunternehmens Eltek mit Sitz in Frankfurt, sagte mit Blick auf die Tarifrunde, es sei wichtig, nun lieber Arbeitsplätze langfristig zu sichern, als auf kurzfristige Abschlüsse zu setzen. Sein Betrieb konnte zuletzt aufgrund eines starken Auftragsrückgangs Ende vergangenen Jahres 20 Stellen nicht wieder neu besetzen. Nun will Roßmann bei Eltek die Beschäftigten für die sich im Zuge der Digitalisierung ändernden Aufgaben qualifizieren. „Zum Glück ist die Bereitschaft dafür unter unseren Mitarbeitern groß.“

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