https://www.faz.net/-gzg-9yo9l

Soziale Distanz : Psychopathen halten weniger Abstand

  • Aktualisiert am

Wichtige Regeln: Für viele Menschen ist es schwer, sich daran zu halten. Bild: dpa

In Zeiten der Pandemie sind alle angehalten, auf Distanz zu gehen. Menschen mit psychopathischen Persönlichkeitszügen fällt das besonders schwer.

          1 Min.

          Nicht jeder, der in Corona-Zeiten die Abstandsregeln verletzt, ist ein Psychopath. Allerdings fällt es Menschen mit psychopathischen Persönlichkeitszügen besonders schwer, in bestimmten Situationen soziale Distanz zu wahren: Das zeigt eine Studie von Forschern der Universität Mainz. Als Psychopathie wird die Neigung bezeichnet, immer wieder gegen soziale Normen zu verstoßen, ohne Rücksicht auf mögliches Leid und auf Schäden, die dies verursacht.

          Die Psychologen um Robin Welsch haben für ihre Untersuchung 76 Probanden im Alter zwischen 19 und 38 Jahren ausgewählt. Mit einem Fragebogen wurden mögliche psychopathische Tendenzen der Versuchspersonen erfasst.

          Dann wurden die Teilnehmer im Labor mit dem dreidimensionalen Abbild eines Menschen, eines Avatars, konfrontiert. Der Avatar reagierte auf die Bewegungen der Probanden und konnte von ihnen gesteuert werden. Zeigt er ein freundliches Gesicht, gehen Menschen ohne psychopathische Neigung maximal etwa einen bis 1,10 Meter auf ihn zu. Falls der Avatar wütend aussieht, halten sie im Mittel 1,25 Meter Abstand. Testpersonen mit psychopathischen Merkmalen unterschieden nicht zwischen den Gesichtsausdrücken, obwohl sie sie richtig deuten konnten: Sie näherten sich dem Avatar im Mittel immer bis auf 1,10 Meter. Ihnen fehlt die Vermeidungsreaktion, die andere auf Distanz gehen lässt, wenn ihr Gegenüber entsprechende Signale sendet.

          Weitere Themen

          Ökologische Belastungsgrenze wird am Donnerstag erreicht Video-Seite öffnen

          Erdüberlastungstag : Ökologische Belastungsgrenze wird am Donnerstag erreicht

          Nach einer durch die Corona-Pandemie bedingten Abschwächung überfordern die Menschen die Belastungsgrenzen der Erde inzwischen wieder genauso stark wie zuvor. Laut Berechnungen der Experten des Global Footprint Networks rückt der sogenannte Erdüberlastungstag in diesem Jahr um drei Wochen nach vorn und fällt auf diesen Donnerstag.

          Frankfurt, heimliche Hauptstadt

          Im Schatten von Berlin : Frankfurt, heimliche Hauptstadt

          Die Mainmetropole stand zwar häufig im Schatten von Berlin, Wien und sogar Bonn. Doch als politischer Ort des Streits, der Demokratie und Aufarbeitung können ihr nur wenige Städte das Wasser reichen.

          Topmeldungen

          Hand in der Tasche, Hände zur Raute: Recep Tayyip Erdogan und Angela Merkel beim Nato-Gipfel Mitte Juni in Brüssel.

          Brief aus Istanbul : Flüchtlingserpressung geht immer

          Der türkische Präsident weiß, wie er den Westen packt: Nun nutzt Erdoğan das Versagen Europas und der USA in Afghanistan aus. Damit er in der Türkei weiter machen kann, was er will.
          Offenherzig: Pilot und Beiflieger sitzen in der Breezy im Freien und atmen dank des Heckmotors frische Luft.

          Fliegen in der Breezy : Ein Flugzeug zum Selberbauen

          Carl Friedrich Schmidt ist Musiker – und begeisterter Flieger. Für seine zweite Leidenschaft hat er sich deshalb ein eigenes Flugzeug gebaut. Mit einem Bausatz von Piper, Wankelmotor und viel Hingabe.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.