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Bob Dylan wird 80 : Meisters Schüler

Bob Dylan, Januar 1965, in den Columbia Studios in New York. Bild: Picture Alliance/ZUMA Press

Bob Dylans Werk inspiriert noch immer, auch Musiker und Autoren aus der Rhein-Main-Region. Zu Dylans 80. Geburtstag haben sie sich allerhand einfallen lassen.

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          Bob Dylan galt schon früh als Stimme seiner Generation. Für die Nachgeborenen hingegen war diese Stimme unhörbar. Zumindest war dies im Rhein-Main-Gebiet der achtziger Jahre so, wo zwar in der Musikstunde oder an den Lagerfeuern der Jugendfreizeiten „Blowin’ in the wind“ geklampft wurde und auch die Radiosender durchaus Dylan-Songs spielten, aber eben nie in seinen Versionen, sondern jenen von Joan Baez, Manfred Mann, Them, Jimi Hendrix, der Blues Band, Wolfgang Ambros oder sonst wem. Prominent in den Augen eines Schülers war Bob Dylan allenfalls im Merkheft des Zweitausendeins-Versands oder in dessen legendärem Frankfurter Ladengeschäft, wo Dylan-Platten und auch die Sammlungen seiner Texte in Buchform stets recht augenfällig präsentiert wurden.

          Christian Riethmüller
          Redakteur in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ob die Zweitausendeins-Kundschaft geschlossen auf Wallfahrt zum Bieberer Berg nach Offenbach gegangen war, als Dylan sich dort am 11. Juni 1984, einem Pfingstmontag, erstmals live einem hessischen Publikum präsentierte, ist unwahrscheinlich. Selbst Fans des Barden fremdelten mit den damals von Dylan veröffentlichten Alben, und etliche der rund 25 000 Zuhörer mochten auch wegen der anderen Künstler des von Fritz Rau zu einer Art Mini-Festival geschnürten Pakets ins Kickers-Stadion gepilgert sein, wo außer Dylan die Lokalmatadore Rodgau Monotones, Dylans alte Weggefährtin Joan Baez und die Woodstock-Veteranen Santana auftraten, was am Ende von Dylans Konzert in einer umjubelten Kollaboration endete. Statt, wie vielleicht erwartet, Joan Baez stieg allerdings Carlos Santana bei den letzten vier Dylan-Songs ein, nicht zuletzt, um sich mit dem früheren Rolling-Stones-Gitarristen Mick Taylor, der damals in Dylans Band spielte, reizvolle Saiten-Duelle zu liefern.

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