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Polizei in Hessen : Mehrere Polizeianwärter trotz Straftaten eingestellt

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Will das Eignungsauswahlverfahren bei der hessischen Polizei auf den Prüfstand stellen: Andreas Grün, Landesvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei Bild: dpa

In Wiesbaden ist ein Polizeianwärter in eine Messerstecherei verwickelt, der schon zuvor mit Straftaten aufgefallen ist - das Innenministerium kündigt Konsequenzen an. Nun wird klar: Der Polizeianwärter ist kein Einzelfall.

          In Hessen gibt es eine Reihe von Polizeianwärtern, die trotz registrierter Straftaten eingestellt wurden. Im Ausbildungsjahrgang des 23 Jahre alten Mannes, der in eine tödliche Messerstecherei in Wiesbaden verwickelt ist, gebe es 22 weitere Anwärter mit Einträgen im Polizeiauskunftssystem (Polas), sagte der Landesvorsitzende der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Andreas Grün, am Freitag der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. Grün sprach von einem schlimmen Versagen und forderte, das gesamte Eignungsauswahlverfahren müsse auf den Prüfstand gestellt werden.

          Der 23 Jahre alte Mann war nach Angaben der Wiesbadener Staatsanwaltschaft vor seiner Einstellung bei der Polizei wegen Körperverletzung und räuberischer Erpressung registriert. Über die Hintergründe der anderen Fälle habe er keine Informationen, sagte der GdP-Chef. Der Polizeianwärter steht im Verdacht, mit zwei weiteren Männern für den Tod eines 19 Jahre alten Mannes verantwortlich zu sein. Der Hauptverdächtige, ein 24 Jahre alter Student aus dem Rheingau-Taunus-Kreis, sitzt in Untersuchungshaft.

          Das Innenministerium hatte nach den Erkenntnissen über die kriminelle Vorgeschichte des 23 Jahre alten Mannes erklärt, die Hessische Polizeiakademie werde das Eignungsauswahlverfahren nun einer gründlichen Prüfung unterziehen. Zu den neu bekannt gewordenen Fällen wollte sich das Ministerium am Freitag auf Anfrage nicht äußern.

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