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Frankfurt : Hunderte Wohnungen mehr im Europaviertel

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Aufbau: Im Frankfurter Europaviertel entstehen mehr Wohnungen als geplant Bild: dpa

Das Frankfurter Europaviertel gehört zu den größten innerstädtischen Konversionsprojekten in Deutschland. 15.000 Menschen sollen dort bald wohnen - mehr als ursprünglich geplant. Die Gespräche über die Zukunft des alten Polizeipräsidiums kommen auch voran.

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          Am Eingang zum Frankfurter Europaviertel werden anstelle eines Bürohochhauses bis 2018 rund 400 Wohnungen, ein Hotelturm und ein Supermarkt gebaut. Der Eigentümer des Grundstücks, die Robert-Bosch-GmbH, habe das etwa 13.700 Quadratmeter große Areal verkauft, sagte der Chef der Frankfurter Wohnungsbaugesellschaft ABG, Frank Junker, ohne eine Summe zu nennen. Auf der Brache gegenüber dem Einkaufszentrum Skyline Plaza und dem Güterplatz war ursprünglich ein 150 Meter hohes Bürohochhaus geplant.

          Das Europaviertel wächst seit Jahren auf dem ehemaligen Gelände des Güterbahnhofs zwischen Messe und Innenstadt. Es ist eines der größten innerstädtischen Konversionsprojekte in Deutschland. Bis 2019 sollen dort nach Darstellung der Stadt rund 15.000 Menschen wohnen - mehr als ursprünglich geplant. Denn auf einigen Grundstücken wie am Güterplatz entstehen Wohnungen statt Büros, wie der Sprecher des Planungsdezernats, Mark Gellert, sagte. Von den geplanten 6000 Wohnungen seien schon ungefähr zwei Drittel fertig. Ursprünglich sollten es nur rund 3500 Wohnungen werden.

          Das höchste Wohnhochhaus in Deutschland

          Der Hotelturm am Güterplatz wird voraussichtlich 90 Meter hoch und ein Vier- bis Fünfsternehaus beherbergen. Die Verhandlungen mit einem Investor stünden kurz vor dem Abschluss, sagte Junker. Hotelgäste werden im Tiefgeschoss Zugang zu unterirdischen U-Bahn-Haltestelle „Güterplatz“ haben, die spätestens 2022 fertig sein soll. Mit einem anderen Unternehmen werde über den Bau von rund 130 Eigentumswohnungen in einem etwa 60 Meter hohen Wohngebäude verhandelt. Die ABG baut den Supermarkt und rund 270 Mietwohnungen, ob darunter auch sozial geförderte sind, steht noch nicht fest.

          Etliche Wohntürme sind im Europaviertel geplant. Der Bauantrag für das mit 160 Meter voraussichtlich höchste Wohnhochhaus in Deutschland ist nach Darstellung der Stadt kurz vor der Genehmigung. Im Westen des Viertels gibt es allein Planungsrecht für acht Hochhäuser, die meisten davon rund 60 Meter hoch. Dazu gehört aber auch der etwa 100 Meter hohe Porsche Design Tower. Zwei Wohntürme sind bereits fertig, einer ist im Bau und drei sind in Vorbereitung.

          Was aus dem ehemaligen Wasserturm wird, ist noch offen. Das denkmalgeschützte Gebäude müsse erhalten werden, die Nutzung sei aber noch offen, sagte Gellert. Diskutiert wurde über einen Biergarten. Rund 17 Hektar Grünfläche gehören ebenfalls zum neuen Stadtviertel, den größten Teil macht der Europagarten aus.

          Und was wird aus dem alten Polizeipräsidium, das seit mehr als einem Jahrzehnt ganz in der Nähe verfällt? In den Streit zwischen Stadt und Land sei Bewegung gekommen, sagte Planungsdezernent Olaf Cunitz (Grüne). Er sei „extrem zuversichtlich“, dass es in seiner noch drei Jahre dauernden Amtszeit eine Lösung geben werde. Das Land hatte für das neobarocke Gebäude jahrelang keinen Käufer gefunden und mit Blick auf den Bau des U-Bahntunnels die Suche ausgesetzt, zum großen Unverständnis der Stadt. Ursprünglich war von rund 90 Millionen Euro die Rede.

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