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Mangel an Wohnraum : Die Kostenfalle auf dem Dach

  • -Aktualisiert am

Frustriert: Reinhold Loskarn hat viel Geld für einen Dachausbau ausgegeben, doch die Stadt lehnte das Vorhaben ab. Bild: Michael Kretzer

Durch Aufstockung und Dachausbau könnten Tausende neue Wohnungen entstehen und den angespannten Markt entlasten. Doch in der Praxis scheitern viele Vorhaben an bürokratischen Hürden.

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          Reinhold Loskarn möchte neuen Wohnraum schaffen. Auch wenn es nur ein Tropfen auf den heißen Stein wäre. Aber immerhin würde durch den Dachausbau seines Hauses in Nied eine zusätzliche Wohnung entstehen. Ohne Grundstücksankauf oder Flächenversieglung. Berechnungen zufolge wächst Frankfurt bis zum Jahr 2030 auf 810.000 Einwohner an, schon heute ist Wohnraum Mangelware. Mehr als die Hälfte der bis zu 90.000 Wohneinheiten, die in den nächsten 20 Jahren entstehen könnten, sollen laut Planungsdezernat „im Innenbereich“ gebaut werden, sprich durch Aufstockung und Nachverdichtung entstehen. Ein Ausbau, wie Loskarn ihn plant, müsste da eigentlich gerade gelegen kommen.

          Das Gegenteil ist der Fall. Der in Bayreuth geborene Fachinformatiker läuft mit seinem Bauvorhaben gegen Wände. Er erhält keine Genehmigung. Loskarn ist bei der Besichtigung des ungenutzten und baufälligen Dachbodens aufgebracht: „Das Wort Aufstockung dürfen Sie gar nicht verwenden. Damit blitzen Sie bei der Bauaufsicht direkt ab.“ Seiner Meinung nach gibt es eine „riesige Diskrepanz“ zwischen den Forderungen der Politik und den Entscheidungen der Behörden. „Alleine in Nied gibt es Hunderte Dachböden, in denen neuer Wohnraum entstehen könnte“, sagt Loskarn, dem es nach eigenem Bekunden nicht „um den schnellen Profit“ geht. Seine Frau erwartet weiteren Nachwuchs, in die neu entstehende Wohnung würde die Familie selbst einziehen. Die bisherige Wohnung in dem Haus aus dem Jahr 1903 würde frei.

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