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Reaktion auf Anschläge : Mehr Sicherheitspersonal bei Konzerten und Festen

Konzept angepasst: Auf dem Frankfurter Museumsuferfest Ende August sind mehr Sicherheitsleute auf dem Gelände und aufmerksame Verkehrsposten außerhalb des Geländes eingeplant. Bild: Amadeus Waldner

Der Anschlag in Ansbach sollte offenbar ein Open-Air treffen. Nun hinterfragen auch Veranstalter in der Region ihre Sicherheitskonzepte - und reagieren.

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          Die meisten großen Feste im Rhein-Main-Gebiet, die in den nächsten Wochen anstehen, werden nach dem jüngsten Anschlag in Ansbach unter stärkerem Polizeischutz stattfinden. So sei das Sicherheitskonzept für das Frankfurter Museumsuferfest Ende August mit Blick auf die jüngsten Attentate von Nizza, Würzburg und Ansbach angepasst worden, sagte Kurt Stroscher von der Frankfurter Tourismus und Congress GmbH. Unter anderem sei der private Sicherheitsdienst aufgestockt worden; auch würden die Verkehrsposten, die an der weiträumigen Absperrung des Festgeländes eingesetzt seien, besonders auf Fahrzeuge achten, die sich dort ohne erkennbaren Grund aufhielten.

          Katharina Iskandar

          Redakteurin in der Rhein-Main-Zeitung.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Nach derzeitigem Stand werde es kein Rucksackverbot geben, wie es momentan in Bayern für das Münchner Oktoberfest diskutiert werde. Der Anschlag in Ansbach, der offenbar ursprünglich auf dem Gelände der dortigen Open-Air-Veranstaltung verübt werden sollte, beschäftigt vor allem auch Stefan Kasseckert, Veranstalter des Trebur Open Air. Das Festival, das an diesem Wochenende mit 3000 Besuchern am Tag stattfinden wird, ist laut Kasseckert aber „gut geschützt“.

          Sicherheitsvorkehrungen im Batschkapp verschärft

          Gestern habe es nochmals eine Besprechung mit der Polizei und dem privaten Sicherheitsdienst gegeben. Die Zahl der Sicherheitskräfte sei noch einmal erhöht worden. „Vorfälle auf dem Gelände selbst sind möglicherweise noch zu verhindern“, sagt Kasseckert. „Aber außerhalb des Areals wird es schwierig.“ Angst zu schüren bringe aber nichts. „Unser stärkster Feind ist ohnehin das Wetter“, sagt Kasseckert. „Da ist die Gefahr, dass etwas passiert, viel höher.“

          Auch die Betreiber von Konzertstätten sind mittlerweile sensibilisiert. Nach den Worten von Ralf Scheffler, Chef der Frankfurter Batschkapp, ist das aber nicht erst seit dem Attentat in Ansbach so, sondern schon seit den Anschlägen in Paris, als Terroristen unter anderem die Konzerthalle Bataclan stürmten. „Wir sind mit der Polizei im ständigen Gespräch“, sagt Scheffler. Die Batschkapp sei „gut aufgestellt“. Insgesamt hätten sich dort die Sicherheitsvorkehrungen verschärft.

          Konzept „schon sehr ausgereift“

          Ähnlich hat auch die Centralstation in Darmstadt reagiert. „Wir sind überaus bestürzt aufgrund der aktuellen Entwicklung“, teilten die Geschäftsführer Lars Wöhler und Meike Heinigk, mit. Dennoch wolle man besonnen reagieren und versuchen, „so viel Normalität wie nur irgendwie möglich an den Tag zu legen“. Das sei nicht immer einfach, denn auch bei den Mitarbeitern kämen verstärkt Fragen auf, „wie verhalte ich mich im Fall der Fälle“?

          Man habe schon vor längerer Zeit das Sicherheitskonzept dahingehend modifiziert, dass zusätzlich zur „Security-Kernmannschaft“ bei sehr publikumswirksamen Veranstaltungen noch weitere Sicherheitskräfte eingesetzt würden. Es gebe im Veranstaltungssaal eigene Streifen. Als „schon sehr ausgereift“ bezeichnete Martin Michel, der Geschäftsführer der Wiesbadener Marketinggesellschaft, das Konzept für die Wiesbadener Weinwoche. Aus den Anschlägen der vergangenen Tage habe man keine gesonderten Konsequenzen gezogen. Die Polizei sei „sehr präsent“.

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