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Bodenspeicher noch nicht voll : Mehr Regen hilft Hessens Wäldern nur bedingt

  • Aktualisiert am

Schirmherrschaft: Spaziergänger bei Regen in einem Wald bei Gersfeld in der Rhön Bild: dpa

Nach mehreren trockenen Hitzesommern bekommen die hessischen Wälder deutlich mehr Regen ab. Das hilft bei der Wiederaufforstung – reicht aber aus Sicht der Forstleute nicht aus. Das hat einige Gründe.

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          Trotz der teils heftigen Regenfälle in diesem Sommer geben Forstexperten für die hessischen Wälder nach den enormen Schäden der vergangenen Jahre keine Entwarnung. „Der Regen hilft – aber tatsächlich nur bedingt“, sagte eine Sprecherin des Landesbetriebs HessenForst der Deutschen Presse-Agentur. „Vor allem profitieren unsere Pflanzungen aus dem Frühjahr vom Wasser.“ Die tieferen Bodenspeicher in 1,80 Meter Tiefe seien aber besonders im Norden von Hessen immer noch nicht aufgefüllt - „dafür müsste es mindestens die nächsten drei Monate noch durchregnen“, so die Sprecherin. Die tieferen Baumwurzeln stünden immer noch im Trockenen.

          Der Wald profitiere besonders von langsamem und stetigem Regen. Starkregenereignisse dagegen würden wenig helfen, weil das meiste Wasser in diesen Fällen oberirdisch ablaufe.

          Problem Borkenkäfer

          Mit Blick auf den Borkenkäfer deutet sich eine leichte Verbesserung an: „Mit dem Regen kommen auch kühlere Temperaturen. Das schadet dem Borkenkäfer nicht direkt, aber es führt auch nicht zu mehreren Generationen im Jahr, so wie wir es in den vergangenen Jahren erlebt haben“, erklärte die HessenForst-Sprecherin. Die anhaltend hohen Temperaturen in den vergangenen Jahren hätten teils zu vier Generationen Borkenkäfer geführt, also einer echten Massenvermehrung.

          Aber auch andere schädliche Einflüsse gab und gibt es immer noch, weil die Bäume noch immer unter Trockenstress leiden, wie die Sprecherin sagte. „Da geht es uns Menschen nicht anders: Ist das Immunsystem geschwächt, zum Beispiel weil wir uns falsch oder nicht ausreichend ernähren, haben Krankheiten und Erreger leichtes Spiel.“

          Aus Sicht von Andreas Marx, Leiter des Deutschen Dürremonitors beim Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung in Leipzig, zeigt sich die Dürresituation in Hessen in diesem Jahr deutlich entspannter als in den vergangenen drei Jahren. Von Dürre spricht man, wenn die Bodenfeuchte unter den Wert fällt, der nur in 20 Prozent der Jahre zwischen 1951 und 2015 erreicht wurde. Ein Blick auf den Dürremonitor für Hessen zeigt, dass derzeit nur punktuell eine so geringe Bodenfeuchte vorherrscht, etwa in Teilen der Landkreise Waldeck-Frankenberg, Hersfeld-Rotenburg und Marburg-Biedenkopf sowie des Schwalm-Eder-Kreises und Werra-Meißner-Kreises.

          Die insgesamt positive Entwicklung hängt Marx zufolge aber nicht mit den aktuellen Niederschlägen zusammen. „Das Auflösen der Dürre hat in diesem Jahr bereits im Januar eingesetzt“, erläuterte der Dürreforscher. Zum einen habe der Winter leicht überdurchschnittliche Niederschläge gebracht. Der wesentlichere Faktor sei aber das sehr kalte Frühjahr gewesen. „Die geringe Verdunstung, die man normalerweise nur im Winter hat, hat sich über den ganzen Frühling hingezogen.“ Dieser positive Effekt auf die Bodenfeuchte habe sich bis in den meteorologischen Sommer ausgewirkt.

          Problem Einsickern

          Der aktuelle Niederschlag hilft Marx zufolge bei der Dürreauflösung nur sehr bedingt. Denn die oberen Bodenschichten seien bereits mit Wasser vollgesogen, der Niederschlag falle schneller als er einsickern könne und das Wasser laufe ab. Die Folge seien Überschwemmungen trotz trockener Unterböden.

          Die regional auftretende Dürre hängt laut Marx mit den jeweiligen Niederschlagsmengen und der Bodenbeschaffenheit zusammen. Sandige Böden könnten Wasser sehr gut aufnehmen und schlecht speichern, lehmige Böden hingegen könnten Wasser zwar gut speichern, aber schlechter aufnehmen. „Da dauert es einfach länger, bis sich die Dürre auflöst.“

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