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Wiesbadener Luftreinhalteplan : Die letzten Kilometer mit dem Bus

  • -Aktualisiert am

Für Pendler: 65 zusätzliche Parkplätze sollen unter der Autobahn 643 an der „Kahle Mühle“ entstehen. Bild: Marcus Kaufhold

Um die Luft in der Wiesbadener Innenstadt zu verbessern, sollen mehr Park-and-ride-Plätze entstehen. Als erster wird der an der Kahle Mühle ausgebaut.

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          Der Park-and-ride-Platz an der Kahle Mühle unter der Autobahnbrücke der A 643 im Wiesbadener Stadtteil Biebrich soll Anfang nächsten Jahres ausgebaut werden. „Wir sind dabei, die wichtigsten Maßnahmen des Luftreinhalteplans der Stadt Wiesbaden auf den Weg zu bringen“, erklärte Umwelt- und Verkehrsdezernent Andreas Kowol (Die Grünen) dazu bei einem Ortstermin. Der überzeugte Radfahrer möchte den Plan, mit dem es ihm gelungen war, das drohende Diesel-Fahrverbot in der Stadt abzuwenden, zügig realisieren. Auf neue Pendlerparkplätze benachbarter Städte im Rheingau-Taunus- und im Main-Taunus-Kreis will er nicht warten, weswegen er den Ausbau von weiteren Parkplätzen in Wiesbaden forciert.

          Ab Mitte nächsten Jahres können 250 Pendler ihre Autos an der Kreuzung Erich-Ollenhauer-Straße/Saarstraße abstellen. Das sind 65 Stellplätze mehr als bisher. Auf der anderen Straßenseite stehen weitere 38 Parkplätze zur Verfügung. 1,7 Millionen Euro nimmt die Stadt in die Hand, damit möglichst viele Autofahrer in Zukunft die letzten Kilometer in die Innenstadt mit dem Bus zurücklegen. Die Stellplätze sollen befestigt und beleuchtet werden, zudem ist geplant, Fahrradständer einzurichten.

          Autoverkehr in die Innenstadt verringern

          Um den Verkehr in die City zu verringern, ist die Lage des Platzes nach Einschätzung des Verkehrsdezernenten ideal. Jeden Tag kämen Berufstätige aus dem Untertaunus auf der Bundesstraße 260, aus dem Rheingau auf der Bundesstraße 42 und aus Mainz und dem Kreis Bingen über die Schiersteiner Brücke auf der A 643 in die Stadt und führen somit direkt an dem Parkplatz vorbei. „Wiesbaden muss jeden Tag eine immense Menge an Einpendelnden bewältigen, die dann ihrerseits Parkraum suchen“, skizzierte der Dezernent die Situation. Das Amt für Statistik hatte vergangene Woche mitgeteilt, das täglich 77.000 Berufspendler in die Landeshauptstadt fahren. Jeder Vierte komme aus dem Rheingau-Taunus-Kreis, und jeder Zehnte pendele von Mainz aus nach Wiesbaden.

          Damit Pendler zügig und einfach in die Stadt kommen, hat Eswe Verkehr schon heute die Stadtbuslinien 5, 15, 18, 39 und 49 sowie weitere Regionalbuslinien an den umliegenden Haltestellen verstärkt. Nach Auskunft von Eswe-Geschäftsführer Jörg Gerhard fährt tagsüber fast jede Minute ein Bus ab. Selbst in den Abendstunden führen ausreichend Busse. Ein Taxistand und eine Fahrradverleihstation würden aus dem Parkplatz einen regelrechten Mobilitätsstandort machen. Innenstadt, Hauptbahnhof und die Helios Horst Schmidt Kliniken seien sehr gut zu erreichen.

          Auf „absehbare Zeit“ gebührenfrei parken

          Für Kowol ist dieser Parkplatzausbau nur ein Teil des Gesamtkonzepts. In Walluf und Eltville im Rheingau sind weitere Pendlerparkplätze im Gespräch. Im Sommer will er mit dem Landesbetrieb Hessen Mobil über einen Parkplatz an der B 417 auf der Platte sprechen. Dieser wäre ein Angebot für Pendler aus dem Untertaunus. Auch am Schiersteiner Bahnhof sollen Berufstätige in Zukunft parken können, der Bahnhof in Niedernhausen ist ebenso im Gespräch. Unterhalb der Schiersteiner Brücke möchte Kowol einen Parkplatz sowohl für Pendler als auch Besucher des Rheinufers einrichten. 300 bis 400 Stellplätze kann er sich dort vorstellen. Auch dazu sollen Gespräche mit Hessen Mobil geführt werden.

          An der Kahle Mühle dürfen die Autofahrer vorerst gebührenfrei parken – auf „absehbare Zeit“, wie der Verkehrsdezernent auf Nachfrage einschränkte. In einigen Jahren, wenn der Platz gut angenommen werde, wolle man darüber neu nachdenken, sagte Kowol. Ob der neue Platz gut genutzt wird, hängt auch davon ab, ob er als sicher empfunden wird. Das war in der Vergangenheit nicht immer der Fall, weswegen Kowol in Aussicht stellte, dass dort Überwachungskameras zum Einsatz kommen könnten.

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