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Freier Eintritt in Frankfurt : Mehr Mädchen und Jungen in Museen der Stadt

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Fingerspiel: An dem Stand „Geheime Zeichen“ übersetzen Kinder im Kindermuseum in der B-Ebene der Hauptwache ihre Namen in Zeichensprache. Bild: Niklas Grapatin

Der freie Museums-Eintritt für Kinder und Jugendliche hat sich in Frankfurt aus Sicht der Stadt bereits bezahlt gemacht. Doch das Plus bei jungen Besuchern in den städtischen Einrichtungen scheint auf Kosten anderer Museen zu gehen.

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          Der seit Jahresbeginn geltende freie Eintritt lockt mehr Kinder und Jugendliche in Frankfurts städtische Museen. Insgesamt stieg im ersten Quartal dieses Jahres der Anteil der Besucher unter 18 Jahren in den 16 Museen um 25 Prozent, wie die Stadt am Montag berichtete. Rund 14.500 junge Besucher wurden von Januar bis März gezählt - im Vorjahresquartal waren es 11.700. Besonders profitiert haben Kindermuseum und Archäologisches Museum.

          Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) sprach am Montag von einer „großen Genugtuung“, da die von ihm unterstützte Initiative umstritten gewesen sei. Der kostenlose Museums-Eintritt sei auch ein wirksames Mittel gegen soziale Ausgrenzung bei Heranwachsenden.

          Filmmuseum mit Besucherrückgang

          Kulturdezernentin Ina Hartwig (SPD) bezifferte den Einnahmeverlust für die Stadt auf 80.000 Euro in diesem Jahr. „Fernziel“ sei es, auch die nicht-städtischen Museen einzubinden. Von dort habe es bislang keine „Schreckensmeldungen“ über rückläufige Zahlen beim jungen Publikum gegeben.

          Das Deutsche Filmmuseum berichtete dagegen am Montag auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur von einem deutlichen Besucherrückgang bei Kindern und Jugendlichen in den Monaten Februar (minus 11 Prozent) und März (minus 7 Prozent). Falls die Stadt durch Ausgleichszahlungen den übrigen Museen nicht ebenfalls freien Eintritt ermögliche, müsse im Filmmuseum mit weiteren Rückgängen bei den unter 18-Jährigen gerechnet werden.

          Das Senckenberg Museum sowie Städel und Schirn verzeichneten dagegen nach eigenen Angaben im ersten Quartal keine Rückgänge bei Kindern und Jugendlichen. Die nicht-städtischen Museen Frankfurts hatten im vergangenen Jahr erklärt, sie könnten aus finanziellen Gründen die Initiative des kostenlosen Eintritts nicht mitmachen. Das Filmmuseum hatte damals die Einnahmeausfälle auf jährlich bis zu 160.000 Euro geschätzt. In Frankfurt gibt es rund 60 Museen.

          Die Stadt kündigte am Montag eine große Informationskampagne unter dem Slogan „Museumsreif“ an, um den kostenlosen Eintritt für die städtischen Museen noch bekannter zu machen.

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