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Grünes statt Kiesgärten : Umweltschutz in kleinen Schritten

  • -Aktualisiert am

Im Main-Taunus-Kreis wird auf insektenfreundliche Grünanlagen gesetzt (Symbolbild). Bild: dpa

Um Bienen, Käfer und andere Insekten zu schützen, braucht es mehr Biodiversität: Die Grünanlagen im Main-Taunus-Kreis gehen mit gutem Beispiel voran. Tipps für das heimische Grün bekommt man im Garten-Center.

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          Der Umweltschutz im Sinne einer größeren Biodiversität im heimischen Garten kann manchmal so einfach sein. So ist die Geschäftsführung des Krifteler Garten-Centers Tropica schon lange dazu übergegangen, besonders insekten- und käferfreundliche Blumen, Stauden und Gehölze eigens mit Stickern auszuzeichnen. Die Konkurrenz folgte seinem Beispiel vielerorts. Gerne greift so mancher Hobbygärtner beim Kauf nun für den eigenen Vorgarten zu jenen Pflanzen, die Bienen und Krabbeltiere gerne mögen. Auf die Förderung der Artenvielfalt – und das ohne den erhobenen Zeigefinger – setzt auch Kreisumweltdezernentin Madlen Overdick (Die Grünen) und kann nun erste Erfolge vorweisen.

          Die Stadt Hofheim entwickelte ein eigenes Strategiepapier zur Biodiversität. Es wird bei den Pflanzen und sogar beim Straßengrün auf geeignete Wildkräuter geachtet. In Flörsheim setzten die politisch Verantwortlichen auf den Nachwuchs. In Kindergärten und Schulen wird vorgemacht, was umweltschützende Gestaltung von Gärten bedeutet. Und die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald teilte gerade in Hofheim einmal wieder Samentütchen aus, die Bürger in ihre Vorgärten streuen sollen. Der Kampf gegen die Steingärten ist längst im Gange und gestaltet sich nach Einschätzung der Kreisumweltdezernentin Overdick schon erfolgreich.

          Kleine Oasen im öffentlichen Grün

          Noch mehr Verordnungen würden die Menschen nur abschrecken, ist sie sich sicher. Dialog und permanente Aufklärung seien das Gebot der Stunde. Mit den Landwirten, oft gescholten wegen des Pestizids Glyphosat auf den Äckern und fehlender Einhaltung von Schutzstreifen, sitzen zumindest im Main-Taunus-Kreis und in Flörsheim wichtige Partner am Tisch der Umweltschützer. Als Fachleute für Themen wie etwa „Aussaat zur richtigen Zeit“ liefern sie dort wichtige Beiträge.

          In allen zwölf Städten und Gemeinden des Main-Taunus-Kreises gibt es schon Beispiele für phantasievolle Bepflanzungen, die auch von Bienen und Krabbeltierchen geschätzt werden. Diese kleinen Oasen im öffentlichen Grün sollen die Besitzer von Gärten oder Balkonen zusätzlich dazu ermuntern, es nachzumachen. Die Tipps dazu gibt es unterdessen in jedem Garten-Center – und sie erreichen hoffentlich mehr als die Drohgebärden mancher Umweltschützer.

          Heike Lattka

          Korrespondentin der Rhein-Main-Zeitung für den Main-Taunus-Kreis.

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