https://www.faz.net/-gzg-ae3ay

Mathildenhöhe wird Welterbe : „Ein historischer Tag für diese Stadt“

Preiswürdig: Das Metallmodell und auch der echte Hochzeitsturm sind am Samstag ausgezeichnet worden Bild: Frank Rumpenhorst

Die Bewerbung bei der Unesco hat Erfolg gehabt. Die Mathildenhöhe in Darmstadt ist das siebte hessische Weltkulturerbe. Obwohl ein Besucherzentrum die Pläne fast durchkreuzt hätte.

          2 Min.

          Auf der 44. Sitzung des Welterbekomitees der Unesco ist die Mathildenhöhe in Darmstadt am Samstag in die Welterbe-Liste aufgenommen worden. Entsprechend erfreut zeigten sich die hessische Wissenschaftsministerin Angela Dorn und der Darmstädter Oberbürgermeister Jochen Partsch (beide Die Grünen) im Anschluss an die im Internet live aus dem chinesischen Fuzhon übertragene Veranstaltung. Partsch sprach von „einem historischen Tag für diese Stadt“. Dorn sagte, mit der Anerkennung als Welterbe habe ein Projekt seinen glücklichen Abschluss gefunden, das durch intensive Arbeitsphasen, aber auch Warten und Hoffen gekennzeichnet gewesen sei. Als Vertreterin des Landes Hessen freue sie sich auch, dass das Landesamt für Denkmalpflege durch inhaltliche Impulse und konzeptionelle Ideen maßgeblich zum Erfolg der Nominierung habe beitragen können.

          Jochen Remmert
          Flughafenredakteur und Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Wer zuvor die online abgehaltene Sitzung des Welterbekomitees rund um den Erdball mitverfolgt hatte, wusste allerdings, dass die Aufnahme des Jugenstilensembles der Künstlerkolonie – zumindest schon in diesem Jahr – keineswegs sicher war. Die internationale Denkmalschutzorganisation Icomos, die das Welterbekomitee der Unesco als Berater und Gutachter unterstützt und die Erfüllung der Unesco-Konvention zum Weltkulturerbe mit überwacht, hatte zunächst vorgesehen, die Aufnahme der Mathildenhöhe zu verschieben. Nicht etwa, weil sie das wesentlich von dem Architekten Joseph Maria Olbrich geprägte Jugenstil-Ensemble nicht als weltweit einmalig und als Zeugnis der damals einen Aufbruch ins Neue verheißende Lebensreformbewegung anerkennen würde.

          Nicht akzeptabler Störfaktor

          Vielmehr bemängelte Icomos, dass das neue Besucherzentrum den ursprünglichen Plänen zufolge auf dem Teil der Höhe hätte entstehen sollen, den die Gutachter noch zur sogenannten Kernzone rechnen. Ein Zentrum an dieser Stelle wurde als nicht akzeptabler Störfaktor angesehen.

          Die Stadt hatte zwar im letzten Moment noch nachgearbeitet und in ihrem Antrag noch den Plan für ein kleineres, etwas weiter abseits gelegenes Zentrum modifiziert. Im Text, über den das Welterbekomitee am Samstag entscheiden sollte, war aber zunächst noch zu lesen, dass man empfehle, die Entscheidung über die Aufnahme der Mathildenhöhe in die Welterbe-Gemeinschaft zu vertagen, wobei offensichtlich noch der ursprüngliche Standort des Besucherzentrums zugrunde lag.

          Doch die Zusicherung der Stadt Darmstadt, die überarbeiteten Pläne genau nach den Vorgaben der Unesco umzusetzen, und auch die engagierten Plädoyers der Vertreter aus Brasilien, Norwegen und anderen Ländern für eine umgehende Aufnahme der Werke der Künstlerkolonie überzeugten aber schließlich auch die Gutachterinnen und Gutachter der Icomos. Und so ist die Mathildenhöhe nun das siebte hessische Welterbe.

          Weitere Themen

          Wie man eine Bierflasche auftreten kann Video-Seite öffnen

          Geht doch : Wie man eine Bierflasche auftreten kann

          Es gibt viele Möglichkeiten, Bierflaschen aufzumachen. Mit dem Feuerzeug, am Bierkasten oder auch mit dem zwölfer Schraubschlüssel aus der Werkzeugkiste. Es geht aber auch spektakulärer, wie F.A.Z.-Redakteurin Marie Lisa Kehler zeigt.

          Topmeldungen

          Traut sich den Freestyle nicht zu: Baerbock macht Wahlkampf in Leipzig.

          Wahlkampf der Grünen : Baerbocks Rückfall

          Annalena Baerbock wollte die Grünen in die Mitte der Gesellschaft führen und so das Kanzleramt erobern. Der Plan ging nicht auf, die Kandidatin fiel auf halber Strecke in alte Muster. Wie konnte das passieren?
          Da muss noch was gemacht werden – doch die Investition lohnt sich zumeist nicht.

          Zu hohe Investitionskosten : Teure Energie-Sanierung

          Energieeffizienz ist in Deutschland ein wichtiges Thema beim Hausbau. Doch auch alte Gebäude müssen saniert werden. Finanziell lohnt ein solcher Umbau in den meisten Fällen aber nicht.
          Passt das? In Esbjerg gab es Vorwürfe, in München soll es besser laufen.

          Trainer nach Eklat in München : Ein Mann mit speziellem Ruf

          Bei seinem vorherigen Verein warfen die Spieler Peter Hyballa sexistische und erniedrigende Kommentare vor. Zum streitbaren Führungspersonal von Türkgücü München könnte er besser passen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.