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Masern und die Folgen : Eltern der todkranken Aliana appellieren, Impfungen ernst zu nehmen

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„Leider können uns die Mediziner keine Hoffnung machen“: Die Spätfolge einer Masernerkrankung, an der Aliana erkrankt ist, verläuft tödlich. Bild: dpa

Was fehlender Impfschutz vor Masern anrichten kann, erleben die Eltern der fünfjährigen Aliana aus Bad Hersfeld täglich. Sie warnen angesichts der massiven Masernwelle, unbedingt vorzusorgen.

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          Angesichts der grassierenden Masernwelle und dem Tod eines Kleinkinds in Berlin appellieren die Eltern der todkranken Aliana aus Bad Hersfeld eindringlich, den Impfschutz nicht zu vernachlässigen. Frauen sollten unbedingt prüfen, ob sie ausreichend gegen Masern geimpft seien, bevor sie schwanger würden. Darauf weist auch der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte in Deutschland hin. Besonders bei in den 1970er und 1980er Jahren geborenen Frauen sei zum Teil nur unzureichend geimpft worden.

          Nur durch eine Mutter mit Impfschutz ist auch ein Neugeborenes in den ersten Monaten gegen die hochansteckende Infektionskrankheit geschützt. Die Folgen einer fehlenden Impfung hat die mittlerweile fünf Jahre alte Aliana aus Bad Hersfeld in Osthessen getroffen. Sie leidet an der chronischen Maserngehirnentzündung SSPE. Die Krankheit verläuft immer tödlich.

          „Als wir von dem Berliner Todesfall gehört haben, waren wir sehr traurig. Es ist unverständlich, warum die Leute nicht wach werden und sich nicht konsequenter impfen lassen. Jeder sollte die Möglichkeit nutzen und Vorsorge betreiben“, sagte Alianas Vater Suvarez (34).

          Keine Hoffnung für Aliana

          Seine Frau Mirella war durchs Raster gefallen, als in den 1970 und 1980er Jahren nur unzureichend gegen Masern geimpft wurde. Denn nur Mütter mit Antikörpern können ihren Kindern den sogenannten Nestschutz mitgeben, der das Neugeborene in den ersten Monaten schützt. Geimpft werden Kinder in der Regel ab dem elften Monat. Aliana hatte offenbar unbemerkt mit drei Monaten die hochansteckenden Masern bekommen.

          Aktuell geht es Aliana „nicht gut“, wie ihr Vater Suvarez mit gedrückter Stimme sagt. Es sei ein ständiges Auf und Ab. „Es ist sehr schwer, sein eigenes Kind so zu sehen. Ohne unsere Hilfe kann sie gar nichts machen“, erklärt er. „Leider können uns die Mediziner auch keine Hoffnung machen.“

          In einem von 150 bis 300 Fällen besteht nach Angaben des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte bei Säuglingen das Risiko, dass nach Masern später diese tödliche Komplikation auftritt.

          Impfung dringend nachholen

          Laut dem Robert Koch-Institut haben sich im noch jungen Jahr 2015 bereits mehr gemeldete Masernfälle ereignet, als im gesamten Vorjahr. 507 Fälle stehen 444 gegenüber. Bei den Säuglingen bis zu einem Jahr sind es 2015 bereits 44 Fälle (28 Fälle im Jahr 2014). In Hessen gibt es keine Masern-Welle wie in Berlin und an deren Orten.

          Mehr als 22.000 Menschen in sieben Ländern haben sich seit Januar 2014 in Europa mit Masern angesteckt. In Berlin wuchs die Zahl der Fälle seit Beginn des Ausbruchs im Oktober auf mehr als 630. Mehr als zwei Drittel der Patienten erkrankten in diesem Jahr, darunter auch viele Erwachsene ohne Impfschutz. Bei rund einem Viertel aller Patienten verlief die Infektion bisher so schwer, dass sie ins Krankenhaus kamen.

          Das verstorbene Kleinkind aus Berlin war nicht gegen Masern geimpft. Wer seinem Kind bewusst den Impfschutz verweigere, handele nicht im Interesse des Kindeswohls, betonte Wolfram Hartmann, Präsident des Berufsverbands der Kinder und Jugendärzte. Verbandssprecher Ulrich Fegeler empfiehlt: „Wer nicht zweimal gegen Masern geimpft wurde, sollte dies dringend nachholen.“ Gefordert seien auch Frauenärzte, die ihre Patientinnen aufklären und den Impfstatus klären sollten.

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