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Kampf gegen Masern : Hessens Gesundheitsminister gegen Impfpflicht

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Braucht es eine Impfpflicht für Masern? Hessens Staatsminister für Soziales und Integration setzt auf andere Wege. Bild: dpa

Eine deutsche Schule schließt, eine österreichische Stadt stellt den Busverkehr ein, in Teilen von New York herrscht Notstand: Im Kampf gegen Masern setzt Hessens Gesundheitsminister auf Einsicht nicht auf eine Impfpflicht.

          Der hessische Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) will mit einer besseren Aufklärung für höhere Impfquoten sorgen. „Aus unserer Sicht ist eine Impfpflicht im Moment nicht verhältnismäßig und auch nicht notwendig“, sagte er in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur in Wiesbaden. „Das liegt vor allem daran, dass es Maßnahmen gibt, die aus unserer Sicht noch nicht ausgeschöpft sind.“ Dazu zähle beispielsweise, die Bevölkerung aber auch Berufsgruppen im Gesundheitswesen und bei der Kinderbetreuung stärker für das Thema zu sensibilisieren.

          Nach Schulschließungen wegen Masern in Schleswig-Holstein hatten sich unter anderem Bundesfamilienministerin Franziska Giffey (SPD) und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) für eine Masern-Impfpflicht in Kindergärten und Schulen ausgesprochen. In Hessen wurden in den ersten zwölf Wochen dieses Jahres 17 Masernfälle und ein Röteln-Fall gemeldet, wie das Gesundheitsministerium unter Berufung auf das Robert-Koch-Institut mitteilte.

          Klose gab zu Bedenken: „Der Impfschutz der Kinder ist eigentlich nicht unser größtes Problem. Da gibt es eine relativ hohe Quote.“ Das Problem seien die vielen Erwachsenen, die nicht hinreichend auf ihren Impfstatus achteten. Beispielsweise bei Masern seien bessere Schulungen auf allen Ebenen nötig, etwa bei der Ausbildung von Medizinern und in den Therapieberufen.

          Klose fordert mehr Aufklärung

          Bei Masernausbrüchen in den vergangenen Monaten und Jahren seien häufig Erwachsene erkrankt und nicht selten auch medizinisches Personal. Er baue unter anderem auf die Mitarbeit des öffentlichen Gesundheitsdienstes, der Betriebsärzte, Arbeitsmediziner sowie auf die niedergelassenen Ärzte, erklärte der Minister.

          Zusätzlich sieht Klose beim Thema Impfen das Bundesgesundheitsministerium in der Pflicht. „Kampagnen, die bundesweit etabliert werden, hätten sicherlich eine höhere Schlagkraft, als Initiativen, die von einem Land alleine ausgehen“, sagte er.

          „Wir wollen, dass Masern und Röteln eliminiert werden. Vor ein paar Jahren hat man noch gedacht „Wir sind kurz davor“. Das ist leider im Moment wieder rückläufig.“ Insgesamt wolle er höhere Impfquoten erreichen für alle Erkrankungen, denen man durch Impfung vorbeugen kann. „Wir brauchen eine kompetente Beratung, die auch jedes Lebensalter erreicht“, sagte Klose und kündigte an, dass sich Ende April in Hessen die „Landesarbeitsgemeinschaft Impfen“ konstituieren wird.

          Masern-Alarm in Österreich und New York

          Dann sollen alle Akteure an einen Tisch kommen und konkret überlegen, wie Beratungen zum Impfschutz vorangetrieben und Impfquoten erhöht werden können.

          Ein Masernfall im ostdeutschen Weimar hatte Anfang April zu einer aufwendigen Suche nach möglicherweise von Ansteckung bedrohten weiteren Menschen geführt. Nach der Masernerkrankung eines Busfahrers hatte die österreichische Stadt Klagenfurt am 10. April den städtischen Busverkehr vorübergehend eingestellt und Fahrzeuge desinfiziert. Damit sollte eine Ausbreitung der vor allem für Erwachsene gefährlichen Infektionskrankheit unterbunden werden.

          Nach einem Anstieg der Masern-Fälle hatte New Yorks Bürgermeister Bill de Blasio ebenfalls im April einen Notstand für Teile Brooklyns ausgerufen und eine Impfpflicht verhängt.

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