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Marken-Gala : Heißes Eisen für die Inbusschlüssel-Fraktion

  • -Aktualisiert am

Gelöste Stimmung: Blick in den Großen Saal der Alten Oper. Bild: Kaufhold, Marcus

Ikea gewinnt das Goldene Brandeisen 2011 des Marketing-Clubs. Auf der Marken-Gala in der Alten Oper werden aber nicht nur die Schweden gefeiert.

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          Steve Jobs darf an so einem Abend natürlich nicht fehlen. Mit iPhone, iPod und iPad ist dem kürzlich gestorbenen Apple-Mitbegründer schließlich gleich mehrfach gelungen, was der Traum eines jeden Vermarkters ist: Er hat aus einem Produkt das Bedürfnis einer ganzen Generation gemacht, eine weltumfassende Fangemeinde aufgebaut. Als „den Großmeister unserer Zunft“ würdigt ihn Claudio Montanini, Präsident des Marketing-Clubs Frankfurt, als er die Gäste der Marken-Gala am Samstagabend in der Alten Oper begrüßt, und gibt ihnen Jobs’ Ratschlag weiter: „Stay hungry, stay foolish.“

          Tim  Kanning

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die nötige Verrücktheit beweist auch Ikea seit Jahrzehnten. Mit Billy, Hemnes und den anderen gelingt es schließlich auch den Schweden immer wieder, bloße Möbelstücke wie Schränke, Gardinen und Betten geradezu zu Mitbewohnern zu machen. Dafür erhält die in Wallau sitzende Ikea Deutschland während der Gala das Goldene Brandeisen. In ihrer Dankesrede betont die Marketingleiterin von Ikea, Claudia Willvonseder, immer wieder, dass die Marke vor allem von ihrem Nichtglamourösen lebe, sie sich also im Prunk der Alten Oper gar nicht so wohl fühle.

          Viele frühere Preisträger sind gekommen

          Zu Ikea kann jeder eine Geschichte erzählen, zu Kapriolen beim Aufbau eines Schranks, zu fehlenden Schrauben. Erst vor wenigen Jahren sind die Schweden dazu übergegangen, vorsichtshalber mehr Schrauben als nötig mitzuliefern, so dass am Ende meistens etwas übrig bleibt. „Das hat mich in der Umstellungszeit schwer verunsichert“, sagt Patrick Hanke von der Agentur Kastner & Partners in seiner Laudatio. Und das Gelächter im Saal zeugt von vielen Leidensgenossen.

          Hanke spricht für den Sieger des Brandeisens 2010, die Energydrink-Marke Red Bull, für die seine Agentur wirbt. Auch viele frühere Preisträger sind wieder in die Alte Oper gekommen, Gerhard Berssenbrügge, der Vorstandsvorsitzende der Nestlé Deutschland AG, deren Kaffeemarke Nespresso 2008 gekürt wurde, Reinhold Huber von der Lufthansa und Hasso Kaempfe von Jägermeister.

          Fraport gewinnt die Flugtickets

          Auch die Frankfurter Wirtschaft ist prominent vertreten. Vor allem natürlich die Werbewirtschaft mit Agenturleitern wie Andrea Albrecht und Andreas Pauli von Leo Burnett, Michael Samak von Saatchi & Saatchi und Christoph Isenbürer von Ogilvy Advertising. Die Finanzwelt vertreten Lutz Raettig von Morgan Stanley, Gerhard Wiesheu, Partner beim Bankhaus Metzler, sowie Allianz-Global-Investors-Chef Thomas Wiesemann. Kelterei-Chefin Johanna Höhl, Otto Völker von Binding und Messe-Geschäftsführer Detlef Braun sind ebenso unter den Gästen wie Eintracht-Manager Heribert Bruchhagen und der städtische Wirtschaftsdezernent Markus Frank. Boris Rhein (CDU) freut sich in seiner Begrüßungsrede, dass die weißen Engel, die als Hostessen durch die Tischreihen ziehen, so ganz anderer Natur sind, als die „Engel“, mit denen er als Innenminister normalerweise zu tun hat - schließlich hat er erst kürzlich die Frankfurter Hells Angels verboten.

          Steve Jobs' Vermächtnis, das iPhone, ist im Laufe des Abends allgegenwärtig: Das Tor zum Internet und all seinen Informationen zu jeder Zeit an jedem Ort dient als alleskönnender Joker im Marken-Quiz. Das Ratespiel rund um Logos, Werbefilme und Embleme ist in den sieben Jahren, die es die Marken-Gala inzwischen gibt, zur Tradition geworden. War es in den ersten Jahren vor allem Kommunikationstreiber an den Tischen, so sorgt das iPhone inzwischen immer wieder für Wettbewerb unter den Gästen um die beste Rechercheleistung in den Weiten des Internets. In der Reihe von Logos, die es zu erkennen gilt, zum Beispiel sind die Skimarken Kneissl und Atomic zwar schnell erkannt. Aber für was steht noch das Emblem, das entfernt an einen Hahn erinnert? Manch einer nutzt den heimlichen Telefonjoker und spannt so Freunde und Bekannte zum Mitraten ein.

          15 Tische haben am Ende alles richtig, so dass die zehn Preise vom Stabmixer bis zur Reise nach New York per Los vergeben werden müssen. Als sie den Gewinner des ersten Preises verkünden, können sich auch Ingo Krauss und Gabriele Eick vom Marketing-Club ein Lächeln nicht verkneifen: die Flugtickets nach New York gehen ausgerechnet an den Tisch des Flughafenbetreibers Fraport. Im vergangenen Jahr hatte der Lufthansa-Tisch die Reise gewonnen.

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