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Marburger „Leuchtturmprojekt“ : Partikeltherapie soll Ende 2015 in Betrieb gehen

  • Aktualisiert am

Das Land Hessen will, dass hier Patienten behandelt werden: Partikeltherapieanlage am Uni-Klinikum Marburg Bild: F.A.Z. - FOTO DIETER RÜCHEL

Jahrelang hat sich der Starttermin verzögert, nun steht er fest: In der Partikeltherapie-Anlage in Marburg sollen im Oktober 2015 die ersten Krebspatienten behandelt werden.

          Nach langer Verzögerung soll die neuartige Partikeltherapie-Anlage in Marburg im Oktober 2015 die ersten Krebspatienten behandeln. Alle Verträge für den Betrieb seien unterzeichnet und beurkundet worden, sagte der hessische Wissenschaftsminister Boris Rhein (CDU) in Wiesbaden.

          Eine Klage des Landes gegen die Rhön Klinikum AG, den Betreiber der privatisierten Uniklinik Gießen-Marburg (UKGM), sei damit vom Tisch. Die Marburger Partikeltherapie soll von einem Gemeinschaftsunternehmen von Rhön und dem Uniklinikum Heidelberg betrieben werden. Zu dem komplizierten Vertragsgeflecht gehören auch Siemens, die Universitäten Marburg und Heidelberg und das Land.

          Die von Siemens gebaute Maschine hätte im Grunde schon bis Ende 2012 in Betrieb gehen sollen. Das war aber gescheitert, weil die einst als „Leuchtturmprojekt“ gepriesene Anlage nicht wirtschaftlich zu betreiben war. Im September vergangenen Jahres hat Siemens beim Land beantragt, die Anlage abbauen zu dürfen. Zuletzt befand sich die Anlage in einer Art „Dämmerzustand“.

          Präzise und gewebeschonend

          Die Partikeltherapie wird bei klar abgrenzbaren und schwer zugänglichen Tumoren angewendet, zum Beispiel im Kopf, an der Wirbelsäule oder der Prostata. Der Vorteil: Tumorzellen können punktgenau zerstört werden. Das umliegende Gewebe bleibt - anders als bei Röntgenstrahlen - weitgehend unbeschädigt. Entwickelt haben das Verfahren Forscher der Gesellschaft für Schwerionenforschung Darmstadt.

          Dabei werden hochenergetische positive Ionen (meist Protonen oder Kohlenstoffionen) mit Hilfe von ultrastarken Elektromagneten bis auf drei Viertel der Lichtgeschwindigkeit beschleunigt. Dann kann der Teilchenstrahl in einen der Behandlungsräume geleitet werden, in denen die Patienten abgeschirmt hinter dicken Betonwänden liegen. Hochmoderne Computertomographen helfen, die Lage und Größe der Tumore zu bestimmen, zu denen der Strahl geführt werden soll. (dpa)

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