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Manroland-Werk : Britischer Investor der Favorit für Offenbach

  • -Aktualisiert am

Ob das auch so bleibt? Bild: Fricke, Helmut

Hoffnung für den Standort Offenbach von Manroland: Der Mischkonzern Langley Holdings ist an diesem Werk des insolventen Druckmaschinenherstellers interessiert.

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          Der britische Mischkonzern Langley Holdings PLC hat nach Informationen der Rhein-Main-Zeitung die größten Chancen, den Zuschlag für den Kauf des insolventen Offenbacher Manroland-Werks zu erhalten. Langley Holdings PLC ist bereits an einem deutschen Unternehmen, der Augsburger Aro Schweißmaschinen GmbH, beteiligt. Die Entscheidung, wer von den drei zuletzt noch an dem Erwerb des insolventen Druckmaschinenherstellers interessierten Investoren vom Insolvenzverwalter die Zustimmung erhält, soll heute der Gläubigerbeirat treffen. Mit Blick auf die Zukunft des Werks in Offenbach sagte ein Sprecher des Insolvenzverwalters: "Die Dinge sind in Bewegung."

          Nach Einschätzung von Branchenkennern könnte der Kaufpreis zirka 50 Millionen Euro betragen. Hinzu kommen dürfte eine Kapitalzufuhr, um die Anschubfinanzierung für die Nachfolgegesellschaft zu gewährleisten. An dieser GmbH sollen Manager des Offenbacher Manroland-Werks und der Insolvenzverwalter beteiligt werden. An der Spitze der Nachfolgefirma wird nach Informationen dieser Zeitung Rafael Peñuela stehen, der seit 2006 für den weltweiten Vertrieb der in Offenbach hergestellten Bogendruckmaschinen zuständig ist und seit 1992 dem Konzern angehört.

          Einzelkäufer gesucht

          Nachdem gestern die Frist für das vorläufige Insolvenzverfahren in Eigenverantwortung abgelaufen ist und heute das Insolvenzverfahren eröffnet werden soll, will Schneider heute mitteilen, wie es mit dem Offenbacher Werk des Druckmaschinenherstellers weitergeht. Zu den Interessenten nach der Entscheidung des Gläubigerbeirats Mitte Januar, den Manroland-Konzern mit seinen Standorten Offenbach, Augsburg und Plauen aufzuspalten, soll dem Vernehmen nach weiterhin der amerikanische Finanzinvestor Platinum Equity gehören. Dieser hatte den Druckmaschinenkonzern als Ganzes erhalten wollen und dem Vernehmen nach 100 Millionen Euro geboten. Auch ein chinesischer Bieter, der im Maschinenbau tätig ist, hatte den Erhalt des Gesamtkonzerns in Aussicht gestellt. Doch soll dieser Interessent nicht mehr an der zweiten Bieterrunde beteiligt worden sein.

          Der Gläubigerbeirat folgte im Januar dem Vorschlag des Insolvenzverwalters, den Konzern aufzuspalten. Für das Werk in Augsburg erhielt der Lübecker Mischkonzern Possehl den Kaufzuschlag. Das Bundeskartellamt stimmte mittlerweile dem Zusammenschluss zu. Mit dem Werk Plauen als Zulieferer für die Produktion von Rotationsdruckmaschinen im Werk Augsburg will Possehl einen langfristigen Liefervertrag schließen. Für das Offenbacher Traditionswerk, in dem Bogendruckmaschinen hergestellt werden, hatte Schneider bislang aber keinen Einzelkäufer gefunden.

          Sechs Monate in Transfergesellschaft

          Durch die Zerlegung des Manroland-Konzerns geht ein Großteil der Arbeitsplätze verloren. Waren im vorigen November weltweit noch 6500 Mitarbeiter beschäftigt, werden es von heute an nur noch etwa 4000 sein. In Offenbach werden von zuletzt 1750 Mitarbeitern nur 824 weiterbeschäftigt. Den Entlassenen bot der Insolvenzverwalter an, für sechs Monate in eine Transfergesellschaft zu wechseln. Dort sollen sie weiterqualifiziert und in neue Jobs vermittelt werden. Nach Angaben von Marita Weber, der Ersten Bevollmächtigten der IG Metall Offenbach, haben höchstens 920 Mitarbeiter dieses Angebot angenommen. Die übrigen Beschäftigten erhielten heute vom Insolvenzverwalter die Kündigung.

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