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Attacke auf Geschäftsmann : Mann soll nach Säureangriff dauerhaft in die Psychiatrie

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Einweisung: Wegen eines Säureangriffs in Bad Homburg muss ein Mann dauerhaft in der Psychiatrie bleiben Bild: dpa

Schwefelsäure aus einem Apfelweinglas hat er vor sieben Monaten einem Geschäftsmann in Bad Homburg über den Kopf gegossen. Für diese Untat soll ein 46 Jahre alter Mann nun dauerhaft in die Psychiatrie.

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          Sieben Monate nach einem Säureangriff auf einen Geschäftsmann in Bad Homburg wird ein 46 Jahre alter Mann dauerhaft in der Psychiatrie untergebracht. „Wir schützen die Allgemeinheit vor ihnen“, sagte der Richter bei der Urteilsverkündungim Frankfurter Landgericht zu dem Mann. Dieser leide an einer schizophrenen Psychose an Wahnvorstellungen.

          Der 46 Jahre alte Mann hatte Ende März dieses Jahres seinem Opfer in dessen Geschäft Schwefelsäure aus einem Apfelweinglas über den Kopf gegossen. Der Mann wurde schwer verletzt. „Er hat mein altes Leben zerstört und mir große Schmerzen zugefügt“, sagte der Geschäftsmann im Gericht. Rachegefühle habe er nicht, jedoch Angst, der Täter könne eines Tages freigelassen werden und ihn abermals angreifen.

          Seit der Festnahme in der Psychiatrie

          Nach seiner Festnahme zwei Tage nach der Tat hatte der psychisch kranke Mann der Polizei gesagt, er habe den Geschäftsmann töten wollen und bedauere, dass dies nicht geklappt habe. Auch bei der Gerichtsverhandlung vor der Schwurgerichtskammer wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung zeigte er keine Reue oder Einsicht in seine Krankheit.

          Bei dem Geschäftsmann handelte es sich um ein Zufallsopfer. Der Täter sah sich auf der Spur einer Bande international agierender Verbrecher. Den Geschäftsmann wähnte er als Mitglied der Bande und übergoss ihn mitten am Tag mit der im Internet bestellten Schwefelsäure. Nach dem Angriff in Bad Homburg hielt er in Frankfurt nach weiteren Opfern Ausschau, attackierte jedoch niemanden mehr.

          Seit seiner Festnahme lebt er in der Psychiatrie. Mit der Verurteilung zu der dauerhaften Unterbringung folgte das Gericht den Anträgen von Staatsanwalt, Rechtsanwalt und Nebenklage. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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