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Mann Mobilia in Biebrich : Neubau des Möbelhauses kommt voran

Noch unmöbliert: Mann Mobilia hat das Haus an der Äppelallee abgerissen und baut es größer wieder auf. Bild: Sick, Cornelia

Mann Mobilia reißt das Gebäude in Biebrich ab und will an gleicher Stelle einen größeren Markt mit mehr Fläche und Parkplätzen errichten.

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          Eineinhalb Jahre hatte die Unternehmensgruppe XXXL für die Erweiterung ihres Möbelhauses an der Biebricher Äppelallee ursprünglich eingeplant. Im Herbst begannen die Arbeiten. Doch die Frage nach dem Zeitpunkt der Neueröffnung wollte der Unternehmenssprecher gestern nicht beantworten. Angesichts eines laufenden Widerspruchsverfahrens werde man nicht spekulieren, hieß es.

          Ewald Hetrodt

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Wiesbaden.

          Dabei kann das Unternehmen mit der Entwicklung eigentlich zufrieden sein. Denn die Widerstände, mit denen es zu kämpfen hat, seit die Pläne bekannt wurden, haben die Verwirklichung bislang nicht aufhalten können. Wie berichtet, gibt der geltende Bebauungsplan dem Konzern das Recht, seinen in die Jahre gekommenen Möbelmarkt erheblich auszuweiten.

          Grüne und Bürgerliste gegen das Vorhaben

          Er steht in der unmittelbaren Nachbarschaft eines großen Einkaufszentrums mit rund 30 Geschäften. Das „Äppelallee-Center“ ist Teil eines Gewerbegebietes mit Bau-, Garten- und Getränkemärkten und löst schon heute vor allem in seinem unmittelbaren Umfeld regelmäßig Staus aus.

          Im Rathaus sprachen sich vor allem die Fraktionen von Grünen und Bürgerliste gegen das Vorhaben aus. Die Initiative „Biebricher gegen Verkehr XXL“ legte schon im vergangenen Jahr nicht nur Widerspruch ein, sondern unternahm auch den Versuch, beim Wiesbadener Verwaltungsgericht einen Baustopp zu erwirken.

          Nichts neues - nur größer

          In Eilanträgen beklagten drei Anwohner, dass die Baugenehmigung gegen das Gebot der Rücksichtnahme verstoße. Der Verkehrslärm und die Abgase der Fahrzeuge seien schon heute unerträglich. Die absehbare Zunahme der Belastung sei den Nachbarn nicht mehr zuzumuten. Das Gericht wies die Anträge jetzt zurück. An der Stelle werde nichts anderes errichtet, als schon vorhanden sei - nur größer.

          Darum könne von einem planwidrigen Eingriff nicht die Rede sein, heißt es in der Entscheidung. Die Grundstücke der Antragsteller seien von dem Bauvorhaben mindestens 180 Meter entfernt und durch eine Grünfläche getrennt. Die Prognose, dass die Lärmbelästigung dort zu hoch sein werde, habe sich in einer Überprüfung nicht bestätigt. Selbst wenn die von den Klägern vorgelegten Messwerte zuträfen, erhöhte sich der Lärmpegel nur so geringfügig, dass dies nicht wahrzunehmen sei. Die Abgasemissionen führten nicht zu einer unzumutbaren Belästigung. Dasselbe gelte für die Zunahme des Verkehrs. Weil die Zahl der Stellplätze steige, sei es unwahrscheinlich, dass die Autofahrer auf einer Anwohnerstraße nach Parkflächen suchen würden. Im Übrigen habe das Unternehmen alles unternommen, um unzumutbare Störungen auszuschließen.

          Neues Hauptgebäude, Tiefgarage und größere Verkaufsfläche

          Es hatte mit der Stadt jahrelang verhandelt, bevor es die Baugenehmigung erhielt und im November mit den Arbeiten begann. Danach änderte es seine Pläne allerdings noch einmal und bekam dafür ebenfalls das Placet des Magistrats. Ursprünglich war beabsichtigt, nur einen Teil des gegenwärtigen Möbelmarktes abzureißen.

          Jetzt soll auch das dreigeschossige Hauptgebäude durch einen Neubau ersetzt werden. Die Zahl der zum großen Teil unterirdischen Stellplätze soll um 79auf 1145 steigen. Außerdem soll eine weitere Zufahrt zur Tiefgarage entstehen. Die Höhe des Komplexes verringert sich. Die Verkaufsfläche wird von 28000 auf knapp 43000 Quadratmeter vergrößert. Zu dem Gesamtvolumen der Investition gibt es nur ungefähre Auskünfte. Es soll sich um einen zweistelligen Millionenbetrag handeln.

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