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Gartenpracht im Hochtaunus : Mit Schlips und Gummistiefeln

  • -Aktualisiert am

Ingmar Regas Garten ist so groß, dass er für die Arbeit darin einen kleinen Traktor braucht. Bild: Oliver Rüther

Wohl dem, der in diesen Zeiten einen eigenen Garten hat. Der Vorstandsvorsitzende des Genossenschaftsverbandes Ingmar Rega wollte noch nie ohne leben - und pflanzte sich einen Park.

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          Andere Gärtner fiebern dem Feierabend entgegen, Ingmar Rega wartet erst gar nicht so lange. Bei ihm fängt der Tag im Garten an. Wenn Wetter und Terminplan es zulassen, steht er bereits früh in einem der Beete im heimischen Wehrheim, schneidet, zupft, harkt oder pflanzt. "Ich bin oft schon morgens um sechs Uhr im Garten", berichtet der Zweiundfünfzigjährige. Die Arbeit im Freien entspannt und wappnet für einen anstrengenden Tag. Erst danach zieht er sich um und fährt zur Arbeit ins rund 40 Kilometer entfernte Neu-Isenburg. In der Stadt südlich von Frankfurt befindet sich der Hauptverwaltungssitz seines Arbeitgebers - der „Genossenschaftsverband - Verband der Regionen“. Seit Herbst 2018 arbeitet Ingmar Rega dort, seit 2020 ist er Vorstandsvorsitzender des Verbandes, der bundesweit Unternehmen aus der Kreditwirtschaft, der Landwirtschaft, aus Handel, Gewerbe und Dienstleistungen betreut. Keine kleine Aufgabe. Der Genossenschaftsverband ist einer der größten Prüfungs- und Beratungszusammenschlüsse Deutschlands und Interessenvertretung für 2600 Mitgliedsgenossenschaften. Rega ist Chef von 1800 Beschäftigten, seine Arbeitstage sind lang. „Vor 20 Uhr bin ich nie daheim“, sagt er.

          Zeit für die Gartenleidenschaft bleibt da unter der Woche kaum, abgesehen von den abgeknapsten Stunden bei Tagesanbruch. Arbeit und Privates trennt der gebürtige Niedersachse. „Der Samstag gehört dem Garten, die Woche ist dagegen dem Beruflichen gewidmet“, sagt er. Nicht nur Pflanzen sind Passion, auch sein Beruf ist „Berufung“ für ihn. Beides geht er mit demselben Ehrgeiz an. „Sonst wäre ich nicht schon mit 41 Jahren Vorstandsmitglied gewesen“, betont er. Das war zunächst bei der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft KPMG, wo er als Assistent in der Wirtschaftsprüfung in Hamburg angefangen hatte, sich zum Prokuristen im Abschlussprüfungsbereich in Bremen hocharbeitete, als Leiter von Governance & Assurance nach Frankfurt wechselte und schließlich von 2014 bis 2018 Mitglied des Vorstands wurde, verantwortlich für den Bereich Performance.

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