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Mainz : Rathauschef Ebling in Stichwahl gegen Haase

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Treffen sich in der Stichwahl: Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD, links) und seine Herausforderer Nino Haase (parteilos); Grünen-Kandidatin Tabea Rößner ist ausgeschieden Bild: dpa

Der Mainzer Rathauschef Michael Ebling hat im ersten Wahlgang zwar gut 40 Prozent geholt, das reicht aber nicht für eine Wiederwahl. Nun trifft der SPD-Mann in der Stichwahl auf den unabhängigen Kandidaten Nino Haase.

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          Wer der nächste Mainzer Oberbürgermeister wird, entscheidet sich am 10. November in einer Stichwahl. Im Wahlgang am Sonntag erzielte Amtsinhaber Michael Ebling (SPD) mit 41,0 Prozent das beste Ergebnis. Auf Platz zwei kam mit 32,4 Prozent der parteilose Nino Haase, der von CDU, ÖDP und Freien Wählern unterstützt wird. Unerwartet schwach schnitt mit 22,5 Prozent Tabea Rößner ab, die sich zum Ziel gesetzt hatte, erste Grünen-Oberbürgermeisterin Deutschlands zu werden. Die Wahlbeteiligung lag bei 45,8 Prozent.

          Ebling kann nun darauf hoffen, in 14 Tagen zusätzliche Stimmen aus dem Lager der Grünen zu bekommen. Schließlich wird in Mainz aktuell über eine Fortsetzung der seit zehn Jahren bestehenden Ampelkoalition verhandelt.

          Schon die ersten Ergebnisse, die gegen 18.45 Uhr im Rathaus-Foyer auf Großleinwänden präsentiert wurden, waren in zweierlei Hinsicht eindeutig: Auf Anhieb hatte es erwartungsgemäß keiner der fünf Bewerber geschafft, mehr als 50 Prozent der Stimmen, also die absolute Mehrheit, zu holen. Und für die bei der Kommunal- und Europawahl im Frühjahr noch so starken Grünen – das sah man ebenfalls schnell – würde es diesmal nicht einmal reichen, um in die Stichwahl zu gelangen.

          SPD jubelt, Grüne mit Katerstimmung

          Wer von April 2020 an am Schreibtisch im Oberbürgermeisterbüro des Mainzer Rathauses sitzen darf, müssen jetzt der 52 Jahre alte Ebling und der 36 Jahre alte Haase „in der zweiten Halbzeit“, wie beide sagten, unter sich ausmachen. Das Amt des obersten Repräsentanten der 220.000 Einwohner zählenden Stadt und Chef der Verwaltung mit zirka 4000 Mitarbeitern wird auf acht Jahre vergeben.

          Während die SPD-Anhänger laut jubelten und man sich auch im Haase-Lager gut gelaunt zeigte, herrschte in der Grünen-Ecke des gut gefüllten Rathauses quasi von Anfang an Katerstimmung. Nach einer langen und außergewöhnlich intensiven Auseinandersetzung, mit vielen Terminen und einer bis dato in Mainz so noch nicht erlebten Serie an Podiumsdiskussionen hat es für Rößner am Ende nicht gereicht. Über die Gründe für das vorzeitige Aus wurde zwar schon ein wenig spekuliert, offiziell war so kurz nach der Niederlage von der in einer Schockstarre verharrenden Partei allerdings noch keine abschließende Erklärung für die Niederlage der 52 Jahre alten Journalistin zu erhalten.

          Ebling und Haase rufen zu kleiner Pause auf

          Auf den Einzug in die Stichwahl hatten zwei weitere Mitbewerber von Anfang an nicht hoffen dürfen: Der 46 Jahre alte Rechtsanwalt Martin Malcherek (Die Linke) kam lediglich auf 2,8 Prozent der Stimmen. Dem 29 Jahre alten Referendar Martin Ehrhardt, der für die aktuell mit einem Sitz im Stadtrat vertretene Satirepartei Die Partei ins Rennen gegangen war, gaben 1,4 Prozent der Wahlberechtigten ihre Stimme.

          In den vergangenen Wochen hatten die knapp 162.000 Bürger, die am Sonntag aufgerufen waren, in einem der mehr als 100 Stimmbezirke ihr Kreuz zu machen, unzählige Gelegenheiten, sich über die fünf zur Wahl stehenden Personen und deren Programme zu informieren. Ebling und Haase riefen ihre Anhänger unabhängig voneinander zu einer kleinen Pause und zum Feiern auf. Direkt danach könne es aber nicht schaden, die warmen Winterklamotten herauszuholen. Schließlich gehe der Straßenwahlkampf für ihre Unterstützer ja noch zwei Wochen weiter.

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