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Mainzer Johannisnacht : Gautschbad für die Gutenberg-Jünger

Blickfänger: Ein Walking-Act auf der Ludwigsstraße lässt einen Drachen Feuer speien. Bild: Markus Schug

Die nach zweijähriger Corona-Zwangspause neu gestartete Mainzer Johannisnacht hat zigtausende Besucher angelockt. Was genau das viertägige Fest eigentlich mit Johannes Gutenberg zu tun hat, blieb für viele dagegen vage.

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          Der Jubilar wirkt verloren in dem ganzen Trubel. Eingerahmt von Kühlwagen und der „Hamburger Fischkate“, die Matjes, Seelachsschnitzel und Bismarckhering anbietet, steht das zur Feier des Tages mit einem Kranz geschmückte Denkmal des berühmtesten Sohnes der Stadt zwar da, wo es immer steht: auf dem nach dem berühmten Mainzer benannten Gutenbergplatz. Doch an seinem Ehrentag scheint Johannes Gutenberg wieder einmal ziemlich an den Rand gedrängt. Nur wer die auf einem Lahnmarmorsockel platzierte Bronzefigur von 1837 – übrigens: ein Werk des dänischen Bildhauers Bertel Thorvaldsen – zwischen all den Biertischen und Bänken eher zufällig entdeckt, hat Gelegenheit das passende Selfie zum Fest zu machen.

          Markus Schug
          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Alle anderen und das werden an den noch bis Montagabend andauernden vier Partytagen wohl die meisten der zigtausend Besucher sein, dürften gar nicht so genau wissen, um was es eigentlich geht. Zur Johannisnacht wird seit 1968 regelmäßig an den mittlerweile 554 Jahre zurückliegenden Tod des ebenso umtriebigen wie erfindungsreichen Buchdruckers erinnert, der vor einem Vierteljahrhundert von amerikanischen Journalisten zum Man of the Millennium gewählt wurde. Gleichwohl gab’s für „Guddi“ am Wochenende in seiner Heimatstadt nur einen Platz in der zweiten Reihe.

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