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Mainzer Fastnacht : Sturmwarnung für Rosenmontag

Auftakt der Fastnacht in Mainz: Zur Weiberfastnacht sei es laut Polizeibericht „relativ ruhig“ gewesen. Bild: Frank Röth

In den Fastnachtshochburgen wie Mainz wird der Wetterbericht zur Pflichtlektüre. Bis Windstärke acht könne der Zug wie geplant laufen, sagen die Veranstalter.

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          Elf Körperverletzungen, darunter eine handgreifliche Auseinandersetzung mit einem 19 Jahre alten „Po-Grapscher“, fünf Anzeigen wegen Diebstahls und die Entsorgung eines von Bürgern gemeldeten „Sprengstoff-Fundes“, der sich bei näherem Hinsehen dann als Dynamitstangen-Attrappe entpuppt hat: Mehr gab es aus Sicht der Mainzer Polizei mit Blick auf die Weiberfastnacht nicht zu vermelden. Der Auftakt der „tollen Tage“ am Donnerstag sei „relativ ruhig“ gewesen, hieß es in einer ersten Zwischenbilanz zur Straßenfastnacht. Wofür neben starker Polizeipräsenz auch das widrige Wetter mitverantwortlich gewesen sein dürfte.

          Markus Schug

          Korrespondent der Rhein-Main-Zeitung in Mainz und für den Kreis Groß-Gerau.

          Während die mehr als 3000 Teilnehmer des um 14.11 auf der Boppstraße startenden Jugendmaskenzugs zwar mit kräftigem Wind rechnen müssen, ansonsten laut Prognose aber wohl trocken durch die Innenstadt kommen, sind für Rosenmontag Sturmböen und Regen angekündigt. Bis Windstärke acht könne der Zug wie geplant laufen, hieß es dazu beim Mainzer Carneval-Verein (MCV) von 1838, der die mehrstündige Narrenschau ausrichtet. Das weitere Vorgehen, ob man also beispielsweise auf den Einsatz der 70 Fahnen- und Schwellkoppträger verzichten müsse, soll am Samstag besprochen werden.

          Neuerungen in Reaktion auf Silvester in Köln

          So gehört die Wettervorhersage am Wochenende für alle Fastnachter – nicht zuletzt für die Organisatoren der kleineren Mainzer Stadtteilumzüge in Bretzenheim, Finthen und Mombach – ganz gewiss zur „Pflichtlektüre“. Gerade die Wagenbauer des MCV, die viel Zeit und Geld in die Gestaltung der mit viel Styropor und Farbe geschaffenen „Rollenden Karikaturen“ gesteckt haben, werden die Wetterentwicklung gleichfalls genau verfolgen. Schon allein deshalb, weil ihre 13 Motivwagen noch dazu am Sonntag von 13.11Uhr zur öffentlichen Vorabbeschauung auf der Ludwigsstraße präsentiert werden sollen. Dabei nehmen die Mainzer Satiriker unter anderem die schlechte Verkehrsinfrastruktur in Rheinland-Pfalz aufs Korn, wo etliche „Brücken im A...“ seien. Derweil Verkehrs- und Umweltdezernentin Katrin Eder (Die Grünen) aus Sicht der Fastnachter in den vergangenen zwölf Monaten erleben musste, wie schwer es sei, als Meisterin die wilden Pumuckl – ob in Gestalt einer Bauschuttdeponie, einer Klärschlammanlage oder einer Tempo 30-Zone – unter Kontrolle zu halten.

          Während die Zugstrecke unverändert geblieben ist, gibt es als Reaktion auf die in der Silvesternacht in Köln zu erlebenden Übergriffe etliche Neuerungen. So ist die bisher nur für den Schillerplatz geltende Glasverbotszone nun über die gesamte Ludwigsstraße hinweg bis zum Höfchen ausgeweitet worden. Wer auf dieser Festmeile mitfeiern möchte, muss seine in Glasflaschen mitgebrachte Getränke an den Zugängen entweder austrinken, abgeben oder aber in dort bereitstehende Plastikbehälter umfüllen. Außerdem wird es in der Innenstadt erstmals 15 Anlaufstellen der Polizei geben, an denen Bedrohte und Bedrängte notfalls rasch Hilfe erhalten. Des Weiteren stehen Extra-Rückzugsräume im Rathaus, im Stadthaus, im Kleinen Haus des Theaters, im Frankfurter Hof und in zwei Ministerien zur Verfügung. Alles in allem sollen nach Angaben des Innenministeriums an Rosenmontag in Mainz etwa 1100 Polizisten zum Einsatz kommen; das wären rund 300 Beamte mehr als vor einem Jahr.

          Die Motivwagen für den Rosenmontagsumzug: Hier Putin als Friedensengel - allerdings ein scheinheiliger, wie der Titel des Motivwagens verrät. Bilderstrecke

          Wie immer werden „in Gott Jokus Namen“ am Montag weite Teile der Mainzer Innenstadt vom frühen Morgen an abgesperrt, am Wegesrand parkende Autos abgeschleppt und auch nicht mehr alle Parkhäuser zu erreichen sein. Die Busse, Bahnen und Züge verkehren nach Sonderfahrplänen, um Besucher etwa aus Rheinhessen und der Rhein-Main-Region in die Stadt und abends dann auch wieder nach Hause zu bringen.

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