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Mainz : Wohnen ohne Badewanne und Aufzug

Aufbau: Mainz will das frühere IBM-Gelände in ein neues Wohnquartier verwandeln Bild: Screenshot/Homepage „Bezahlbares Wohnen nach Maß“

Hauptsache günstig gelegen und bezahlbar: Eine Umfrage verrät, worauf potentielle Mieter verzichten würden, um auf dem alten Mainzer IBM-Gelände einziehen zu können.

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          Damit auf dem alten Mainzer IBM-Gelände nicht am Bedarf vorbei geplant wird, hat die Stadtspitze in den vergangenen Wochen vorab Bürger befragen lassen, wie sie sich ein neues Wohnviertel am Heiligkreuzweg in Weisenau vorstellen. Etwa 900 Männer und Frauen durften bei der Untersuchung, die vom Geografischen Institut der Gutenberg-Universität vorgenommen wurde, ihre Wünsche und Vorstellungen äußern. Die dabei gewonnen Erkenntnisse sollen nach Angaben des Oberbürgermeisters Michael Ebling (SPD) „unmittelbar in die Planung für das Heiligkreuzareal einfließen“.

          Markus Schug

          Korrespondent Rhein-Main-Süd.

          Ebendort, auf einer fast 32 Hektar großen Fläche, will die Kommune mit Hilfe einiger stadtnaher Gesellschaften in den nächsten Jahren das Projekt „Bezahlbares Wohnen nach Maß“ verwirklichen. Dies zum Vorteil jener Bürger, die trotz eines geregelten Einkommens kaum mehr in der Lage seien, die hohen Mieten an anderen Stellen von Mainz aufzubringen. Dabei geht es weniger um zusätzliche Sozialwohnungen als vielmehr „um solide und bezahlbare Miet- und Kaufangebote für Erwerbstätige und deren Kinder“. Zur Zielgruppe gehören Busfahrer und Gärtner, Erzieherinnen und Pflegekräfte, Polizisten und Verwaltungsmitarbeiter.

          Preis wichtigstes Kriterium

          Auf einen Aufzug im Haus könnte etwa ein Drittel der danach gefragten, potentiellen Bewohner gut verzichten, wenn sich die erhoffte Traumwohnung am Rande der Innenstadt dadurch besser finanzieren ließe. Und fast die Hälfte von allen bezeichnete eine Badewanne als verzichtbar. Etwa jeder Dritte hielte es der Studie zufolge außerdem für zumutbar, wenn das Auto nicht direkt vor der eigenen Wohnung geparkt, sondern erst in einiger Entfernung dazu abgestellt werden könne.

          Mithin das wichtigste Kriterium - neben den Faktoren gute und ruhige Lage sowie Einkaufsmöglichkeiten - scheint bei der Wohnungssuche der Preis zu sein. Da lag bei vielen befragten Bürgern die Schmerzgrenze bei 600 Euro für eine Ein- bis Zwei-Zimmer-Wohnung sowie bei 900 Euro für Drei- bis Vier-Zimmer-Angebote. Schon jetzt sei es in Mainz oftmals üblich, dass etwa die Hälfte des zur Verfügung stehenden Nettoeinkommens für die Miete benötigt werde, teilte die Stadt gestern bei der Vorstellung der Umfrageergebnisse mit.

          Immerhin ein Drittel aller Umfrage-Teilnehmer gab an, sich den Umzug auf das Heiligkreuzareal gut vorstellen zu können; weitere 43 Prozent wollten dies nicht völlig ausschließen. Am 30. Oktober hat der Mainzer Stadtrat seine grundsätzliche Zustimmung für das von der Stadt, der Stadtwerke Mainz AG, der Wohnbau Mainz GmbH und der Mainzer Aufbaugesellschaft mbH geplante Bauvorhaben gegeben. Im Frühjahr soll ein städtebaulicher Wettbewerb ausgelobt werden.

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