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Werbung für Kommunalwahlen : Am 26. Mai ist Pizzatag

  • -Aktualisiert am

Eine Kommunalwahl ist wie eine selbstgemachte Pizza: Man weiß immer, was drin ist. Bild: AP

Was hat eine Pizza mit Kommunalwahlen zu tun? Die Stadt Mainz wirbt zumindest in einem Videoclip mit dem italienischen Traditionsgericht für mehr politische Beteiligung.

          Politik ist ein unlustiges Geschäft. Wahlkampf sowieso. Für gewollte Witze ist Martin Sonneborns „Partei“ zuständig, für ungewollte die SPD-Vorsitzende Andrea „Bätschi“ Nahles, wenn sie mal wieder singt. Der Rest: Dröge. Langweilig. Spaßbefreit.

          Das muss nicht sein, dachten sich die Verantwortlichen im Mainzer Rathaus und gaben einen Film in Auftrag, der für die Teilnahme an den Kommunalwahlen am 26. Mai wirbt. Na ja, eher ein Filmchen, ein Videoclip. Über ein Thema, das nur einen Bruchteil der 163.000 Wahlberechtigten vom Hocker haut. Und den die Pressestelle als „flinken und humorigen Werbespot der etwas anderen Art“ ankündigt. Das kann ja heiter werden.

          Erstaunlicherweise wird es das tatsächlich. Der 60-Sekunden-Spot ist so rasant geschnitten und gesprochen, dass man auch in einer Slow Motion mehrere Durchläufe benötigt, um aller Gags gewahr zu werden. Selbst Oberbürgermeister Michael Ebling (SPD), durchaus als helles Köpfchen bekannt, gibt zu, nicht alles beim ersten Anschauen entdeckt zu haben.

          Es geht um Pizza

          „Es geht bei den Kommunalwahlen nicht um Krieg und Frieden“, sagt Ebling. Wer den Clip sieht, weiß: Es geht um Pizza. Diese Assoziation hat der Videoproduzent und Youtuber David Peter gewählt, um den Sinn der Wahl und das Wahlverfahren zu erklären. „Eine Pizza ohne Zutaten schmeckt nicht. Deswegen wählen wir. Eine Stadtpolitik ohne Stadtrat funktioniert nicht. Deswegen wählen wir.“

          Mit Kumulieren und Panaschieren verhält es sich letztlich nicht anders als mit den Pizzabelägen. Jeder Wähler kann sich mit 60 Stimmen ein Parlament nach seinem Geschmack zusammenstellen. Was besonders gut schmeckt, kann man auch doppelt und dreifach auf den Teig legen, was man nicht mag, bleibt weg. Wer’s einfach mag, nimmt die Pizza, wie sie auf der Karte steht. Sprich: wählt eine Partei.

          „Parteipolitisch neutral“

          Welche in Frage kommen, verrät der Film nicht. „Diese Wahlwerbung ist selbstverständlich parteipolitisch neutral“, sagt Ebling. Verschwörungstheoretiker aus der rechtspopulistischen Ecke mögen monieren, dass zwar rote Tomatensoße, grünes Basilikum und gelbe Paprika auf der Pizza landen, als Pilze aber keine braunen, sondern weiße Champignons verwendet werden. Sehr schön auch, dass es sich bei allen auf dem riesigen Stimmzettel aufgeführten Kandidaten um potentielle Pizzazutaten handelt.

          Der Clip ist fortan auf der städtischen Homepage zu finden, von Donnerstag an wird er eine Woche lang auch in den drei größten Kinosälen des Cinestar laufen. Vor den Blockbustern, denn die Stadt will ja gezielt junges Publikum ansprechen.

          Übrigens: Wer von der Briefwahl Gebrauch macht, hat am Wahlsonntag mehr Zeit, essen zu gehen. Am 26. Mai ist Pizzatag.

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