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Mainz 05 : Tuchels Treueschwur

  • -Aktualisiert am

Zugkraft an der Seitenlinie: Thomas Tuchel, Fußballlehrer bei Mainz 05 Bild: Wonge Bergmann

Wieder einmal Schalke 04 und die Trainerfrage. Doch der Mainzer Trainer Thomas Tuchel dementiert abermals Gerüchte über einen Wechsel zu Schalke und schmiedet eifrig Pläne.

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          Wieder einmal Schalke 04 und die Trainerfrage. Nein, ausnahmsweise ging es nicht um Armin Veh, sondern um Thomas Tuchel. Der 39 Jahre alte Fußballlehrer ist bei diesem Thema zwar kein medialer Dauerbrenner wie der verantwortliche Übungsleiter der Frankfurter Eintracht, wird aber auch in regelmäßigen Abständen genannt, wenn es um den Job in Gelsenkirchen geht. Zuletzt war es mal wieder so weit, Auslöser war eine Meldung des Bezahlkanals „Sky News“.

          Der Trainer des Fußball-Bundesligaklubs Mainz 05 nimmt es gelassen und mit etwas Humor, meint aber auch: „Dazu ist von mir in aller Deutlichkeit schon alles gesagt worden. Vielleicht wäre es das Beste, dass der Schalker Manager Horst Heldt bestätigt, dass es kein Treffen gab.“ Der Trainer bekennt sich abermals zu Mainz 05 und bekräftigt seine Treue bis Mitte 2015. „Es gibt bisher keinen Anlass zu zweifeln, dass ich meinen Vertrag erfüllen möchte.“ Tuchel in Mainz - das ist eine bisher einmalige Erfolgsgeschichte, die fortgesetzt werden soll. Als A-Juniorentrainer wurde er deutscher Meister, in der Bundesliga hat er „die Etablierung auf hohem Niveau“, wie er es nennt, längst erreicht. Und dies mit einer Mannschaft, einem emotionalen Kollektiv, das ihm manchmal erscheint wie „ein getunter Golf in der Formel 1“. Auch vor den verbleibenden acht Spieltagen hat Tuchel das Gefühl, „dass wir uns nach der Decke strecken“. Von Woche zu Woche, was in letzter Konsequenz in einen europäischen Wettbewerb führen könnte.

          Moritz kommt von Schalke

          Doch längst haben erste Planungen für die Saison 2013/2014 begonnen. Und auch in diesem Bereich gibt es Unterschiede zur Eintracht. Zwar kennt Manager Christian Heidel die Einschätzungen des Trainerstabs, die Namen potentieller Zugänge eingeschlossen, aber Tuchel will dies „auf gar keinen Fall als Bedingung“ verstanden wissen. Und schon gar nicht als Ultimatum. Klar ist: Mit dem Mittelfeldspieler Christoph Moritz (FC Schalke) steht ein erster Zugang bereits fest. Zudem bestätigten die Mainzer am Mittwoch die Verlängerung der Verträge von Bo Svensson und Yunus Malli. Verteidiger Svensson bleibt demnach bis 2014, Mittelfeldspieler Malli bis 2015.

          Aber was ist eigentlich mit den derzeit ausgeliehenen Mainzer Profis? Jüngst machte endlich mal wieder Angreifer Anthony Ujah auf sich aufmerksam. Der 23 Jahre alte Nigerianer war im vergangenen August bis zum Saisonende zum Zweitligaklub 1. FC Köln transferiert worden; nach einer Bundesligasaison in Mainz, die dem teuersten Einkauf der Klubgeschichte (2,5 Millionen Euro) nur zwei Tore eingebracht hatte. Für Köln war Ujah nun schon elfmal treffsicher, und in der aus Mainzer Sicht rheinaufwärts gelegenen Stadt wird getuschelt, Trainer Holger Stanislawski plane längerfristig mit Ujah.

          Ujah soll zurückkommen

          „Stand jetzt gehe ich davon aus, dass Anthony zurückkommt. Unser Plan war, ihn besser zu machen. Aber niemand kann sagen, dass dies eins zu eins transportierbar ist“, sagt Tuchel. In eine höhere Liga, in ein anderes taktisches Konzept, andere Zwänge. „Deshalb bin ich im Moment sehr zurückhaltend. Und sicher hat auch Anthony eine Meinung.“ Ujah, der bei Mainz 05 einen Vertrag bis 2015 hat, bleibt demnach unter Beobachtung. Manager Heidel dürfte sich so oder so freuen, denn der zuvor als Transferflop bezeichnete Afrikaner hat wieder einen ansehnlichen Marktwert.

          Von einer Bundesliga-Perspektive in Mainz weit entfernt ist Petar Sliskovic. „Er braucht Zeit“, sagt Tuchel lapidar. Nach schon vier vergeblichen Anläufen in der ersten und zweiten Bundesliga (zweimal Mainz 05, FC St. Pauli, Dynamo Dresden) kickt Sliskovic mittlerweile in der Mainzer U-23-Mannschaft in der Regionalliga. Und dann gibt es noch den 29 Jahre alten Abwehrspieler Malik Fathi, derzeit bei 1860 München aktiv, sowie den 25 Jahre alten Stürmer Denis Yilmaz (SC Paderborn). Zweimal zweite Liga und in Mainz einst für zu leicht befunden. „Wir wollen uns weiterentwickeln. Im Trainerteam, in meiner Art zu coachen, natürlich mit der Mannschaft“, sagt Tuchel. Dass die Namen Ujah, Sliskovic, Fathi und Yilmaz dabei eine Rolle spielen, ist allerdings sehr unwahrscheinlich.

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