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Mainz 05 : Taumeln auf der Zielgeraden

  • -Aktualisiert am

Heißsporn: Christian Wetklo (rechts) streitet mit Robert Lewandowsk. Bild: dpa

Mainz 05 geht am Saisonende die Puste aus und Torhüter Wetklo zieht sich den Zorn von Manager Heidel zu.

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          Die Mitteilsamkeit war nicht besonders groß. Die Gesichter der Mainzer Profis waren keineswegs versteinert, als sie am Sonntagmorgen zum Training eintrudelten. Doch die Mienen waren ernst - wie könnte es auch anders sein? Das 0:2 bei Borussia Dortmund war die dritte Niederlage in Folge, gewonnen hat die Mannschaft seit fünf Bundesligaspielen nicht mehr. Wobei ohnehin nur große Optimisten an einen Sieg in Dortmund geglaubt hatten. Der rückte nach dem Blitztor von Marco Reus (1.) in weite Ferne, Robert Lewandowski sorgte für die Entscheidung (87.). Am Tag danach fragte sich wohl nicht nur Nicolai Müller „was noch geht“. Deutlich mehr Herz als bei der vorangegangenen Heimniederlage gegen den Hamburger SV habe seine Mannschaft gezeigt, sagte Cheftrainer Thomas Tuchel. „Das werte ich als gutes Zeichen.“ Doch so ganz allmählich droht die Saison belanglos auszuklingen.

          Die Europa League ist jetzt sechs Punkte entfernt, zudem ist die Zahl der verletzten Spieler weiter hoch. In Dortmund fehlten Andreas Ivanschitz (Fußprellung), Elkin Soto (Rückenprobleme) und Jan Kirchhoff (Muskelfaserriss). Mainz 05 taumelt auf der Zielgeraden der Saison 2012/2013, ähnlich einem ausgepumpten Marathonläufer. Welches lohnende Ziel bleibt da überhaupt noch? Ivanschitz ging noch nicht rund, als er zur Mannschaftskabine schlenderte, sagen wollte der Österreicher nichts. Wie auch Marcel Risse, Kapitän Nikolce Noveski und Torwart Christian Wetklo. Zwei, die sich äußerten, waren Offensivspieler Müller und Außenverteidiger Stefan Bell. Und ohne danach gefragt zu werden, brachten beide das Derby am nächsten Sonntag gegen Eintracht Frankfurt ins Spiel. „Das ist ein Highlight“, sagte Müller. Und Bell befand: „Nächste Woche müssen wir es hinkriegen.“

          Keine Altersweisheit

          Ein Erfolg gegen die Eintracht wäre wohl genau das Richtige für die angegriffenen Körper und Seelen der Mainzer. Anschließend geht es zu Hannover 96, gegen Borussia Mönchengladbach kommt es zum Saison-Heimkehraus, zuletzt muss Mainz 05 zum VfB Stuttgart. Vier Chancen, ein paar Dinge zurechtzurücken. Auch für Wetklo, der mit einer missglückten Faustabwehr das 0:1 verschuldete, anschließend gut hielt, aber eben auch mit dem Dortmunder Stürmer Lewandowski und Schiedsrichter Florian Meyer verbal aneinandergeriet (29.). Vor dem Zusammenprall, den der polnische Topstürmer als elfmeterreif bewertete, war wegen einer Abseitsstellung abgepfiffen worden, dennoch plusterte sich Wetklo auf, diskutierte mit Meyer und beschimpfte Lewandowski. Was der ehemalige Schalker Jugendspieler Wetklo da so trieb, machte den Mainzer Manager Christian Heidel wütend. Zur Pause stürmte Heidel zu seinem Torwart und sagte ihm seine Meinung. Zweimal pro Saison lasse er sich eine solche Aktion gefallen, wenn damit die eigene Mannschaft einen Weckruf erhalte. Aber nicht häufiger. Und nun sei das Maß voll, der Bogen überspannt. „Es kann nicht sein, dass er jedes Spiel zu seiner Personalityshow macht. Wettis Verhalten wird langsam zum Programm und das schalten wir aus.“

          Um eine Geldstrafe kam Wetklo nur deshalb herum, weil seine Gelbe Karte unmittelbar vor dem Schlusspfiff die vierte und nicht bereits die fünfte in dieser Saison war. Der Mainzer Torwart ist im Derby gegen die Eintracht also spielberechtigt. Wäre er es nicht, hätte der 19 Jahre alte Loris Karius im Tor gestanden, da die Nummer zwei Heinz Müller verletzt ist. Dass es sich Wetklo womöglich noch abgewöhnt, regelmäßig aus der Rolle zu fallen, hatte Tuchel schon vor Wochen negiert. „Bei ihm auf den Faktor Altersweisheit zu setzen, haben wir längst aufgegeben.“ Wetklo ist 33.

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