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Mainz 05 : Optimismus zum Mittagessen

  • -Aktualisiert am

Schwachpunkt oder Stütze? Der Dortmunder Manuel Friedrich interessierte jüngst auch die Mainzer. Bild: picture alliance / dpa

Macht Borussia Dortmund eine Schwächephase durch? Darauf will der Mainzer Trainer Tuchel vor der Partie gegen das zweitbeste deutsche Team nicht spekulieren.

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          Beim Mittagessen am Freitag traf Thomas Tuchel auch Anhänger von Mainz 05. Einer von ihnen, erzählt der Cheftrainer des Fußball-Bundesligavereins, sei Optimist gewesen und habe für das Heimspiel an diesem Samstag (15.30 Uhr) gegen Borussia Dortmund ein 3:1 vorausgesagt. Ein anderer Anhänger, laut eigenem Bekunden ein realistischer Zeitgenosse, dachte an ein Remis. Der Fußballlehrer Tuchel war so begeistert von dem Vertrauen, das seinen Profis entgegengebracht wurde, dass er spontan dieselbe Hauptmahlzeit orderte. Doch irgendwie scheint es egal zu sein, ob Dortmund in der Bundesliga zuletzt zweimal in Folge verloren hat und Mainz 05 in vier Partien drei Siege gelangen. Auch auf eine Debatte, ob die verletzungsbedingten Ausfälle in der Dortmunder Viererabwehrreihe seiner Mannschaft neue, andere, bessere Möglichkeiten eröffne, lässt sich Tuchel nicht ein. „Egal in welcher Aufstellung. Die kommen alle in gelb-schwarzen Trikots und sind alle für den Kader nominiert worden.“

          Wobei: Ein Blick auf die Dortmunder Abwehrreihe lohnt nach den Ausfällen von Neven Subotic, Mats Hummels und Marcel Schmelzer schon. BVB-Trainer Jürgen Klopp dürfte von rechts nach links – wie bereits beim 0:3 gegen Bayern München – folgende Spieler stellen: Kevin Großkreutz, Manuel Friedrich, Sokratis, Erik Durm. Friedrich trug von 1998 bis 2007, das Zwei-Jahres-Engagement beim SV Werder Bremen ausgenommen, das Mainzer Trikot und wurde vor etwas mehr als einer Woche von Klopp aufgrund von Personalnot verpflichtet. Extreme Personalnot, berichtet Tuchel, habe vor einigen Wochen auch bei Mainz 05 geherrscht, als bei den Profis und den U23-Regionalliga-Amateuren insgesamt sieben Innenverteidiger nicht zur Verfügung standen. „Da denkst du natürlich über vertragslose Spieler nach. Auch über Manuel.“ Angerufen hat letztlich kein Verantwortlicher von Mainz 05 bei dem 34 Jahre alten Friedrich, dessen Bundesligakarriere bereits beendet schien. „Weil wir uns grundsätzlich gegen die Verpflichtung eines vertragslosen Spielers entschieden haben“, sagt Tuchel. Und die Achillessehne von Bo Svensson schnellere Heilungsfortschritte machte als gedacht.

          „Jugend forsch“ - Motto von Karius?

          Ist Friedrich ein Schwachpunkt in der Dortmunder Defensive? Oder der 21 Jahre alte Durm auf der linken Seite? Auch Durm ist bekannt in Mainz, wenngleich weitaus weniger prominent. In der Saison 2011/12 traf er 13 Mal für die Regionalliga-Mannschaft, lehnte einen Profivertrag jedoch ab und wechselte nach Dortmund. In das zweite Team. „Wir wollen es so gut machen, wie wir können“, sagt Tuchel. Und nein, Einzelfalldiskussionen über tatsächliche oder vermeintliche Schwächen in der Dortmunder Abwehr führe er nicht. Dies sei „eine Falle“. Generell stellt er aber fest: „Der Spannungsbogen dürfte in der Dreierreihe ein geringfügig anderer sein.“

          Dortmund gegen die Bayern, Dortmund in der Champions League gegen den SSC Neapel (3:1) – jetzt führt die Reise der zweitbesten deutschen (und wohl auch europäischen) Mannschaft nach Mainz. „Ich glaube nicht, dass Dortmund eine Krise durchmacht“, sagt Tuchel. Und sein Team? „Wir werden seit Braunschweig in jedem Training besser.“ Erfolgreich im Wettkampf ist Mainz 05 seit vier Wochen obendrein und mittlerweile auf Tabellenplatz sieben geklettert. Nach einer Knöchelverletzung ist Rechtsverteidiger Zdenek Pospech rechtzeitig genesen und gegen Dortmund einsatzbereit, im Tor wird zum dritten Mal in Folge der 20 Jahre alte und zuletzt herausragende Loris Karius stehen.

          Wie es mit dem Talent weitergeht, dürfte aber erst in der nächsten Woche, vor dem Auswärtsspiel am Freitagabend in Nürnberg, ein spannendes Thema werden. Dann nämlich hat Christian Wetklo seine Sperre abgesessen, und es gibt wieder eine Konkurrenzsituation. Die Mainzer Nummer eins im Tor, Heinz Müller, ist weiterhin verletzt. „Ich bin mit ihm sehr klar, wie es weitergeht“, sagt Tuchel über Karius. „Er wird in aller Bescheidenheit weitertrainieren.“ Ob für Karius perspektivisch das Motto „Jugend forsch“ greift, könnte auch von seinem dritten Bundesligaspiel in Folge gegen Dortmund abhängen. Der letzte Heimsieg von Mainz 05 gegen den BVB ist übrigens dreieinhalb Jahre her. Am 10. April 2010 hieß es 1:0.

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