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Mainz 05 : Das Kontrastprogramm zum Vorjahr

  • -Aktualisiert am

Torschützen unter sich: Eric-Maxim Choupo-Moting ist ganz begeistert von Nicolai Müller. Bild: dpa

Reife, Selbstvertrauen, Effizienz und ein bisschen Glück: Derzeit passt alles bei Mainz 05, Erinnerungen an die Saison 2010/11 werden wach.

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          Die Frage musste gestellt werden, spätestens nach dem dritten Sieg in Folge. Denn da war doch mal was. Drei Jahre ist es her, dass sich die Profis von Mainz 05 in einen Rausch gespielt hatten, sieben Partien in Folge gewannen und den damals gültigen und erst im Vorjahr von Bayern München gebrochenen Startrekord der Fußball-Bundesliga einstellten. Seinerzeit waren Lewis Holtby, André Schürrle und Adam Szalai noch dabei, die „Bruchweg-Boys“ waren auch ein veritabler Image- und Marketingerfolg für den Klub. Als Dreier-Combo gab es sogar einen Auftritt im Aktuellen Sportstudio, und einige Unbedarfte glaubten tatsächlich, dass die jungen Burschen sogar im wirklichen Leben gemeinsam musizieren.

          In der Spielzeit 2013/14 sind Mainz 05 bislang drei Bundesligasiege gelungen. Gegen den VfB Stuttgart etwas glücklich (3:2), verdient in Freiburg (2:1) und nun am Samstag effizient gegen den mindestens gleichwertigen VfL Wolfsburg mit 2:0 nach Toren von Maxim Choupo-Moting (60.) und Nicolai Müller (78.). Als Stürmerstar profiliert sich zusehends Müller, der in jeder Partie mindestens einmal treffsicher war und mit vier Toren an der Spitze der Torschützenliste steht. Bei Mainz 05 passt derzeit alles. Müller ist in Topform, ebenso sein Namenskollege Heinz Müller im Tor und der 20-jährige Neuzugang Johannes Geis als Vertreter des gerade genesenen Elkin Soto im defensiven Mittelfeld. Angreifer Maxim Choupo-Moting ist als Dribbler, Vorlagengeber und Torschütze auf dem Weg zur Bestform. Und Kapitän Nikolce Noveski glänzt in der Innenverteidigung mit herausragendem Stellungsspiel. Aber, um zurück zur Ausgangsfrage zu kommen: Gehen nochmals sieben Siege in Folge? „Wir versuchen, auf unserem Weg zu bleiben“, sagte Abwehrspieler Bo Svensson bescheiden.

          Die Erfolge haben System

          Mit der bisherigen Wegstrecke ist auch Cheftrainer Thomas Tuchel überaus zufrieden. Er konstatierte am Samstag eine „sehr reife Leistung in allen Bereichen“. „Wir hatten schon schlechtere Wochen“, meinte auch Manager Christian Heidel süffisant. Svensson sprach auch von „ein bisschen Glück“ und „Selbstvertrauen“ und davon, dass das Team „nicht die Ruhe verloren“ habe. „Die Mannschaft lebt unsere Werte vorbildlich“, sagte Tuchel. Direkt anschließend mahnte er: „Wir müssen regelmäßig an unsere Leistungsgrenze gehen, sonst bekommen wir keinen einzigen Sieg. Das ist die alte Leier, aber die Wahrheit.“ Den Rheinhessen kam gegen Wolfsburg freilich auch entgegen, dass Luiz Gustavo seine Mannschaft schwächte, da er sich nach einem Foul an Nicolai Müller eine Gelb-Rote Karte eingehandelt hatte (64.).

          Drei Saisonspiele, drei Siege - gerne ist da von einer Momentaufnahme die Rede. Doch die Mainzer Erfolge haben System. „Das hat sich alles in der Vorbereitung abgezeichnet“, sagte Heidel. „Diese Mannschaft ist schnell zusammengewachsen.“ Schneller, als es nach den Abschieden von Andreas Ivanschitz und Adam Szalai zu erwarten gewesen ist. „Auch bei den neuen Spielern hat man nicht das Gefühl, dass sie erst ein paar Wochen in Mainz sind. Daran erkennt man, wie hart hier gearbeitet wurde“, sagte der Manager.

          Es ist das Kontrastprogramm zum Vorjahr, als im Mainzer Umfeld bei nur einem Punkt nach drei Saisonspielen schon die Krise ausgerufen wurde. Bei vielen Gelegenheits-Fans scheint der frische, erfolgsorientierte 05-Fußball indes noch nicht angekommen zu sein. Gegen den VfL Wolfsburg wurden offiziell 27.103 Zuschauer verkündet - bei einem Fassungsvermögen der neuen Arena von 34.000 Besuchern. Interessant dabei: Die Stimmung bei den Anwesenden war so gut wie selten zuvor. „Irgendwann wurde beinahe jeder Ballkontakt bejubelt“, sagte Heidel. Vielleicht ist es nicht verkehrt, den Saisonbeginn von Mainz 05 als ersten Erfolg im Sinne der Wiedergutmachung für gehäuft aufgetretene Enttäuschungen in der vergangenen Rückrunde zu werten, die bekanntlich mit Rang 13 endete. Und bei extrem positivem Verlauf könnte der Klub vor einem goldenen September stehen. Am nächsten Samstag läuft das Team bei Hannover 96 auf, am 14. September steht das Heimspiel gegen Schalke 04 auf dem Programm, eine Woche später reist Bayer Leverkusen an. Und am Spätabend des 24.September folgt das dritte September-Heimspiel in Folge: Im DFB-Pokal gegen den Zweitligaklub 1. FC Köln. „Das Schöne ist, dass noch Luft nach oben ist“, sagte Choupo-Moting. Es müssen dann ja nicht gleich acht Startsiege werden.

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