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Mainz 05-Chef Strutz : „Wir geben Thomas Tuchel jede Zeit der Welt“

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Mit einem Lächeln: Harald Strutz, der Grandseigneur des Mainzer Profifußballs. Bild: Wonge Bergmann

Der Präsident von Mainz 05, Harald Strutz, äußert sich über seinen emotionalen Trainer, neue Schwierigkeiten mit Problemfans, große Enttäuschungen und die Gefahr des Abstiegs.

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          In Jahresrückblicken taucht nun immer wieder Ihre Aussage auf, dass Mainz 05 mit Platz fünf und der Europapokalqualifikation in der vergangenen Saison einen „Aufbruch an neue Ufer“ bewältigt habe. Muss man am Ende des Jahres nach dem Ausscheiden im DFB-Pokal beim Viertligaklub Holstein Kiel und angesichts von Bundesligaplatz 14 sowie nur zwei Punkten Abstand zum Relegationsplatz akzeptieren, dass es auch an neuen Ufern Hochwassergefahr gibt?

          Meine Aussage war ja nicht nur aufs rein Sportliche bezogen. Wir haben im vergangenen Jahr vor allem neue Ufer erreicht, weil wir nun nicht mehr in einem Stadion spielen, sondern in einer Arena. So lieb uns der Bruchweg war, so sehr haben wir die Coface-Arena benötigt. Das war ein Meilenstein, das ist eine neue Ära für den Verein.

          Und wie hat sich die neue Ära angelassen?

          Wir haben einen unglaublich emotionalen Umzug mit 30.000 Menschen, die vom alten zum neuen Stadion mitgewandert sind, hinter uns gebracht. Wir hatten auch große organisatorische Schwierigkeiten. Nach einem halben Jahr muss man das Fazit ziehen, dass wir auch für den Transport der Stimmung ein wenig Zeit brauchten. Jetzt haben wir aber eine neue Heimat, die gerade abends, wenn das Stadion angeleuchtet wird, Mainz-Besucher in leuchtendem Rot als Wahrzeichen am Tor zur Stadt empfängt. Gewissermaßen haben wir also neue Ufer erreicht.

          Und wie steht es dort nun um die Hochwassergefahr? Die zweite Liga ist derzeit weitaus näher als die Spitzenplätze aus dem Vorjahr.

          Es ist doch klar, dass die Erwartungshaltung nach Rang fünf unglaublich war. Wir wussten aber immer, wie schwer es ist, so einen Platz zu erreichen. Für uns war ausgeschlossen, dass wir noch einmal eine Saison so beenden können. Wir mussten eben akzeptieren, dass Holtby zurück musste nach Schalke, dass Fuchs ebenfalls dorthin wollte. Und wir mussten eben auch aus wirtschaftlicher Vernunft die Chance ergreifen, Schürrle nach Leverkusen zu verkaufen.

          Der Verein hätte durch die über zehn Millionen Euro, die er für Schürrle erhält, die Möglichkeit gehabt, einen großen Namen zu verpflichten. Darauf haben Sie, Manager Christian Heidel und Trainer Thomas Tuchel freiwillig verzichtet. Bereuen Sie das jetzt, da die Vorrunde nicht so erfolgreich verlief?

          Unser Konzept war schon immer, dass wir Spieler zu Bundesligaspielern ausbilden. Das braucht Zeit, und das sehen wir nun gerade in der laufenden Saison. Es ist aber wichtig, dass ein Verein nicht immer nur im Augenblick lebt und denkt, sondern sich in der Vorausschau auf zwei Jahre gut aufstellt. Und das haben wir getan. Unsere Spieler sind fast alle langfristig mindestens zwei Jahre an den Klub gebunden. Wir wollen, dass da wieder was zusammenwächst.

          Bräuchte das Team aber nicht doch kurzfristig einen etablierten Akteur als Anführer?

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